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Liebe
Vereinsmitglieder,
liebe
Leserinnen und Leser,
im
Blickpunkt der aktuellen Ausgabe steht das Ringen um Olympische Spiele.
Wahrscheinlich erinnern sie sich: Den Schwerpunkt Olympia hatten wir schon
einmal vor gar nicht allzu langer Zeit gewählt. Es war das Heft 3/4-2000, um
das sich inzwischen Legenden ranken. Das Erscheinungsdatum lag unmittelbar vor
dem Zeitpunkt, da das Nationale Olympische Komitee für Deutschland Anfang
November 2000 in Leipzig tagte. Auf dieser Zusammenkunft tat Leipzigs Oberbürgermeister
Wolfgang Tiefensee das Interesse seiner Stadt an einer Olympiabewerbung kund. Könnte
ja sein, dass gerade Volker Kluges spannender Beitrag über Leipzigs
Beinahe-Bewerbung für 2004 in unserer Zeitschrift zum letzten Impuls für
Leipzigs Stadtväter wurde.
Auch
wenn seither erst gut zwei Jahre vergangen sind, ist unglaublich viel in Sachen
Olympia geschehen. Aus fünf Städten liegen dem NOK Bewerbungen um die
Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2012 vor, dazu kommen noch fünf Städte
mit dem Wunsch, die Olympischen Segelwettbewerbe auszurichten. In all diesen Städten
und Regionen war in den vergangenen Monaten ein enormes Engagement für den
Sport zu verspüren, um der jeweiligen Kandidatur zum Erfolg zu verhelfen. Und
wenn in der gegenwärtigen Kampagne des Deutschen Sportbundes auf großen
Plakatflächen verkündet wird: „Sport tut Deutschland gut“, dann lässt
sich angesichts des Bemühens in den Bewerberstädten wohl auch behaupten:
„Das Ringen um Olympia tut dem Sport in Deutschland gut“.
Für
uns Grund genug, dieses Thema noch einmal zum Schwerpunkt zu machen. Aus
unterschiedlichen Perspektiven möchten wir Ihnen das Ringen um Olympia näher
bringen. Dieses Heft führt Sie von grundsätzlichen Überlegungen, wie eine
Olympiabewerbung am Beginn des 21. Jahrhunderts aussehen sollte, über einen
Exkurs in die Geschichte der Paralympics bis zu kleinen regionalen
Olympiageschichten. Wir wollen Ihnen Neuigkeiten vorstellen, die auch historisch
von Belang sind, und möchten Sie zum Entdecken und Weiter-Diskutieren anregen.
Gegenwart
und Zukunftsabsichten sind auf vielfältige, mitunter überraschende Weise mit
Vergangenem verwoben. Hätten sie etwa gedacht, dass der Leipziger
Traditionsverein ATV 1845 Jahrzehnte vor Baron de Coubertins Bemühungen Wettkämpfe
austrug, die sich auf die Tradition der antiken Olympische Spiele beriefen? Wie
innovativ dieser altehrwürdige Turnverein bis heute sein kann, verrät Ihnen
der Beitrag anlässlich der 1. Hallenhockey-Weltmeisterschaft. Oder haben Sie
gewusst, dass in Leipzig schon vor knapp hundert Jahren Olympische Spiele
stattfanden? So findet sich in Archiven immer wieder Erstaunliches, dass wir
Ihnen nicht vorenthalten möchten, auch wenn – wie bei dem kurzen Beitrag zu
den Leipziger Spielen 1906 – ausführlichere Recherchen der Historiker noch
folgen müssen.
Vorstellen
möchten wir Ihnen weiterhin, was sich aus der ersten Äußerung zu Leipzigs
Olympiaambitionen, die mancher zwischen „nicht ernst gemeint“ und „Größenwahn“
einordnete, binnen weniger Monate entwickelt hat: ein sehr überzeugendes,
ideenreiches Konzept, getragen von Fachkompetenz und einem unglaublichen Rückhalt
in der Bevölkerung. Leipzigs Bewerbung unter dem Motto „Spiele mit uns“
zeichnet sich auch dadurch aus, dass – ausgehend von Traditionen und echter
Begeisterung für den Sport – die grundlegenden Ideale der Olympischen
Bewegung in den Mittelpunkt gerückt werden. Ringen um Olympia heißt damit auch
und gerade in Zeiten, da Sport als nicht mehr so wichtig erscheinen mag, Ringen
um Frieden und Verständigung zwischen den Völkern.
Ihre
Dr.
Petra Tzschoppe
1.
Vorsitzende des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V.
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