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Erinnern
Sie sich noch an das 94er Vorhaben des Fördervereins,
“Leipziger Sportstätten auf historischen Postkarten” als
Publikation herauszubringen? Daraus ist im August 1998 ein Projekt
mit dem Titel “Historische Sportstätten in Leipzig” geworden,
über dessen Ergebnisstand hier berichtet werden soll.
Seit
dem o. g. Zeitpunkt mit Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit gefördert
sowie getragen von der Markranstädter Beschäftigungsgesellschaft
e. V. (mit viermonatiger Unterbrechung von August 1998 bis
Dezember 2000) und dem Kommunalen Eigenbetrieb Engelsdorf (seit
Dezember 1999), werden die beiden Projektgruppen durch das
Sportmuseum Leipzig wissenschaftlich betreut. Hier haben sie auch
ihren Arbeitsplatz und finden das erforderliche und intensiv
genutzte Diskussionsforum.
Über
den ursprünglichen Rahmen einer Sammlung von Postkarten ist das
Vorhaben längst hinausgewachsen. Es entwickelte sich zu einer
Sportstätten-Dokumentation in Wort und Bild, wobei die Recherchen
nach gegenwärtigem Erkenntnisstand folgende Objekte, geordnet
nach Sportstättengruppen, umfassen: 94 Bäder, 103
Vereinsturnhallen, 141 Schulturnhallen, ca. 100 Sportplätze, ca.
23 Wassersportanlagen, 7 Groß-Kegelanlagen und über 150 Anlagen
für Training, Wettkampf und Freizeitsport in dieser Sportart
sowie ca. 11 Fechtsportanlagen. Diesen Umfang von über 600
Sportstätten – die sich natürlich in Größe, Bedeutung und
Zeit ihres Bestehens zum Teil stark voneinander unterscheiden –
hatten weder Nutzer, Träger noch Rechercheure erwartet. Die
Tatsache unterstreicht aber eindrücklich die Aussage, dass
Leipzig eine bedeutende Infrastruktur an Turn- und Sportstätten
besaß und noch besitzt.
Wie
sind die Mitarbeiter der ABM-Projekte vorgegangen? Ausgangspunkt
und Orientierung war eine im Redaktionskollegium diskutierte
Musterbeschreibung für eine Sportstätte. Die Recherchen
richteten sich demzufolge auf solche Aspekte des Baus wie Eigentümer,
Architekt, Bauausführung und Kosten sowie auf Bauzeit, Größe,
Einrichtungen, Um- und Ausbau, Nutzung und aktuellen Zustand.
Zugleich waren die Rechercheure aber auch immer auf Spurensuche
nach den Besonderheiten, dem Charakteristischen einer Sportstätte:
Unter welchen Bedingungen entstand sie? Wer schuf sie sich? Welche
bedeutenden Architekten haben sie gebaut? Welche Rolle spielte die
Sportstätte im Leben ihrer Nutzer, und wie spielte sich das Leben
dort ab? Veränderte sich die Nutzung? Gelang und gelingt der
Erhalt sporthistorisch bedeutsamer und dem Sport dienender Bauten?
Im
Verlauf der Untersuchungen zeigte sich, dass jede Sportstättengruppe
ihre eigene Spezifik besitzt, was Quellenlage und -aussagekraft,
ursprüngliche und heutige Existenz sowie zeitliche, räumliche
und organisatorische Aspekte der Untergliederung betrifft. Das
wird sicher den Charakter der einzelnen Sportstätten-Bände prägen.
Welche
Ergebnisse liegen bisher vor? Die akribisch zusammengetragenen
Daten und Fakten münden in eine Dokumentation zu der jeweiligen
Sportstätte. Diese umfasst handschriftliche Auszüge und Kopien
aus Originalquellen in Text und Bild, Abbildungen (historische
Fotos, Lagepläne, Bauzeichnungen, Postkarten und künstlerische
Darstellungen) sowie aktuelle Fotoaufnahmen. Mittlerweile birgt
das Archiv des Leipziger Sportmuseums mit den inzwischen fertig
gestellten Dokumentationen einen enormen “Schatz”, der – was
Umfang und Tiefgründigkeit der darin erfassten Informationen
betrifft – seinesgleichen sucht. Es versteht sich von selbst,
dass der Förderverein Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V., der
für das Sportstättenprojekt finanziell aufkommt, mit diesen
Pfunden zu wuchern gedenkt ...
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Durch
die jeweiligen Rechercheure wurden die erhobenen Daten und
Fakten nach einem vorgegebenen Schema zusammengestellt.
Das entsprach ihrem ursprünglichen Auftrag. Von der
Projektleitung ermutigt, gingen sie jedoch noch ein Stück
weiter und erprobten sich darin, ihre Recherche-
ergebnisse
als beschreibende Texte darzustellen. Beispiele dafür
sind die in dieser Zeitschriftenausgabe veröffentlich-
ten
Beiträge von Hans-Jürgen Jantz, Andrea Nebe, Dieter
Valentin, Barbara Vier und Ingrid Zauch (Letzterer in Form
einer Zeitschriftenbeilage). Für die 96 Bäder und 103
Turnhallen, die auf dem Programm der ABM-Teams standen,
ist diese Arbeitsphase bereits abgeschlossen.
Aus dem Bestand der Bäder - der
Sportstättengruppe,
die im Hinblick
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Ein
bauwilliger Verein brauchte und braucht sie auf jeden
Fall: die Sammelschale. Gut, wenn sich bekannte Persönlichkeiten
dafür engagieren wie hier Max Klinger mit seiner Grafik.
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auf die Realisierung des
Buch- projektes
am weitesten fortge- schritten ist – wurden 11 bedeu-
tende
Badeanlagen ausgewählt und durch die Kunsthistorikerin Dr. Brigitte Reuter
architektur- historisch
beschrieben. Ihr Beitrag zum Sophienbad er- scheint im
Heft 2/2001. Den zusammenge- tragenen Daten und Fakten sowie den
vorliegenden Sportstätten- Beschreibungen eine veröffent-
lichungsreife und leseanreizende Gestalt zu
geben, daran arbeitet im Auftrag des Fördervereins der
Anglist und Sprachwissenschaftler Dr. Alexander Brock.
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Von
seinen bisher vorliegenden Texten wurde jener vom Zeppelin- bad für
eine Veröffentlichung in “Sportmuseum aktuell” ausge- wählt.
Er wird den Lesern ebenfalls |
| in der nächsten Zeitschriftenausgabe
präsentiert. Sein Beispiel wird veranschaulichen, wie aus den
drei Bestandteilen “Faktenkasten”, “beschreibender Text”
und – bei ausgewählten Sportstätten –
“Architekturbeschreibung” sowie den zugehörigen Abbildungen
ein harmonisches Ganzes entsteht und die einzelnen druckreifen
Sportstätten-Darstellungen aussehen werden.
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Ziel
der Projektleitung ist es, das Manuskript für den Bäder-Band –
dem ersten Band der geplanten Schriftenreihe – bis Ende April
2001 abzuschließen. Das ist eine anspruchsvolle Zielsetzung, denn
immerhin arbeiten die vier Mitarbeiter der einen Projektgruppe
nach Ablauf ihres zweiten ABM-Jahres nun “nur noch”
ehrenamtlich. Dennoch sind Verein und Museum zuversichtlich, was
den Fortschritt des Sportstättenprojektes betrifft: Solange sich
solch engagierte Mitarbeiter wie bisher um die Aufhellung der
Leipziger Sportstättengeschichte bemühen können, das
Sportmuseum Leipzig seine wissenschaftliche Betreuung wahrnehmen
kann und die Unterstützung durch die Maßnahmeträger nicht nachlässt,
wird das Projekt Schritt für Schritt voran kommen und zu
greifbaren Zwischenergebnissen führen.
Dr.
Ingeburg Zeidler
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