|
Ja, das Vorhaben von Sportmuseum Leipzig und Förderverein Sächsisches
Sportmuseum Leipzig e. V., eine Schriftenreihe „Historische Sportstätten in
Leipzig“ herauszubringen, ist noch nicht ad acta gelegt worden. Auch wenn eine
längere Pause seit dem Ausscheiden der letzten beiden ABM-Mitarbeiter –
Ingrid Zauch und Dieter Valentin hatten sich bis Ende Februar 2003 in Sachen
Schulturnhallen bzw. -bäder engagiert – eingetreten war und viele schon das
Ende des Projektes voraussahen: Jetzt wird noch einmal losgelegt! Möglich wurde
das durch eine neue Arbeitsbeschaffungs- maßnahme, die das Stadtgeschichtliche
Museum Leipzig über die Stadt beim Leipziger Arbeitsamt beantragte und
bewilligt bekam. Seit 1. Februar 2004 kümmern sich Birgit Schulze, Silke Krüger
und Peter Horn – für die Arbeit in einer Redaktion bzw. in einem Verlag
entsprechend qualifiziert – um die Fertigstellung
|

Die neuen "Bäder-Forscher" bei der Arbeit:
Silke Krüger, Birgit Schulze und Peter Horn (v.l.n.r.). |
| des ersten Bandes der geplanten Publikationsreihe. Dr.
Ingeburg Zeidler, die das Projekt bisher inhaltlich betreut hatte, berufsbedingt
aber ausscheiden musste, hat sich bereit erklärt, auch weiterhin ihre „schützende
Hand“ über das Vorhaben zu halten, sprich: ehrenamtlich als „Betreuerin“
zu fungieren. Ihr zur Seite steht Prof. Dr. Karl-Heinz Röhr, der Ehemann
unseres Vereinsmitgliedes Hannelore Röhr, der durch seine langjährige Tätigkeit
als Hochschullehrer an der Sektion Journalistik der Universität Leipzig beste
Voraussetzungen für eine qualifizierte Endbearbeitung der zum Druck
vorzubereitenden Manuskripte besitzt. |
|
Doch
werfen wir erst einmal einen Blick auf den Stand der Dinge: Die bisher für das
Sportstättenprojekt tätigen Mitarbeiter hatten während ihres Einsatzes im
Sportmuseum Leipzig Beachtliches geleistet. Allein für den ersten Band der
Schriftenreihe, der sich den „Bädern und Badeanlagen Leipzigs“ widmen soll,
wurden insgesamt 92 Fluss-, Frei-, Hallen-, Natur-, Umland-, Licht-, Luft- und
Sonnenbäder ausfindig gemacht, die bis 1945 in Leipzig gebaut und genutzt
wurden bzw. auch nach 1945 weiter bestanden. Jede dieser Sport- und Erholungsstätten
wurde detailliert erforscht und beschrieben. Mehrere Ordner fassen die unzähligen
Daten und Fakten, die die Rechercheure in Archiven und Ämtern, in Publikationen
und Nachlässen sowie in Gesprächen mit Zeitzeugen von einst ermitteln konnten
– eine wahre Fundgrube für alle kultur- und sporthistorisch Interessierten.
In Kooperation mit dem Autor Dr. Alexander Brock und der Architekturfachfrau Dr.
Brigitte Reuter entstand schließlich die erste Textfassung für das künftige
Buch. 248 Abbildungen – unter ihnen einmalige und zum Teil noch nie veröffentlichte
Bilddokumente aus den Beständen des Sportmuseums, aus zahlreichen anderen
Archiven, vor allem Leipzigs und Dresdens, sowie aus den Sammlungen von Vereinen
und Privatleuten – wurden den Bäderbeschreibungen zugeordnet, und dann, ja
dann liefen die AB-Maßnahmen der betreffenden „Sportstättenforscher“ aus.
Seitdem ruhte das, was beinahe schon seinen Weg in den Verlag gefunden hätte,
in Regalen, Schreibtischfächern und Mappen sowie auf Disketten und Festplatten
diverser Computer.
Doch
mit der Ruhe ist es nun vorbei – glücklicherweise! Mit neuem Elan machen sich
Sportmuseum Leipzig und sein Förderverein daran, das wohl größte
Gemeinschaftsprojekt seit Bestehen des Vereins zu seiner Vollendung zu führen.
Auf Anraten von PROLeipzig e. V., mit dem die letzte Phase der
Buchherausgabe bewältigt werden soll, werden jetzt noch alle Bäder und
Badeanlagen erfasst, die sich Leipzig nach 1945 „gönnte“, damit der Leser
des künftigen Bandes einen vollständigen Überblick über alle Sportstätten
bekommt, in denen sich die Bürger der Stadt und ihre Gäste dem „kühlen
Nass“ bzw. der frischen Luft hingeben konnten und können. Diesem
Arbeitsschritt folgen noch die „üblichen“ redaktionellen Tätigkeiten, bis
dann (hoffentlich) im Herbst 2004 der entscheidende Satz fallen kann: „Wir
geben die Buchvorlage zum Druck frei!“ Wir wünschen dem neuen ABM-Team für
die kommenden arbeitsreichen Wochen alles Gute, vor allem natürlich
Rechercheeifer, Schreiblust und Organisationstalent. „Sportmuseum aktuell“
wird mit Sicherheit in einer der nächsten Ausgaben über den Fortgang des
Projektes berichten.
Ursula
Gundlach
|