Editorial
Geht auch das Sportmuseum "baden"? – Bericht über die Jahreshauptversammlung 2005
Sachzeugen zur Messtechnik im Sport
Aus den 1960er Jahren – Musealien zur Sprintforschung
Aus den 1970er Jahren – Chrono-Zyklo-Fotografie
Aus den 1980er Jahren – Musealien zur Boxsportforschung
"Start"-Film bei Olympia 1972 in München

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Liebe Vereinsmitglieder,
sehr geehrte Freunde
des Leipziger Sportmuseums,

nach einer längeren Publikationspause wende ich mich mit einer neuen Ausgabe unseres Mitteilungsblattes wieder an all jene, denen das Kulturgut Sport am Herzen liegt. In den Monaten, die seit Erscheinen des letzten Heftes von „Sportmuseum aktuell“ vergangen sind, war unser Verein in vielerlei Weise, vor allem aber auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit, aktiv. Dazu gehörten und gehören u. a. die unterschiedlichsten Bemühungen um den Verkauf des ersten Bandes unserer Schriftenreihe „Historische Sportstätten in Leipzig“, des Buchs „Leipzig geht baden. Vom Pleißestrand zum Neuseenland“.
Obwohl sich unser Verein nicht wie geplant an die Schwimmsportvereine der Stadt und der Umgebung gewandt hatte, war die
Publikation schon nach relativ kurzer Zeit im Buchhandel vergriffen. Nur für unsere Vereinsmitglieder besteht noch die Möglichkeit des vereinzelten Nachkaufs. Da die hohen Herstellungskosten trotz des guten Buchabsatzes nicht gedeckt werden konnten, ist zur Zeit an eine Nachauflage, die uns finanziell erneut belasten würde, nicht zu denken. In diesem Zusammenhang muss auch noch einmal erwähnt werden, dass die redaktionelle Bearbeitung der Manuskripte in der Schlussphase der Buchproduktion ausschließlich durch Vereins­mitglieder auf ehrenamtlicher Basis erfolgte ...
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Am 12. März 2005 haben wir unsere Jahreshauptversammlung durchgeführt, die satzungsgemäß zugleich mit der Wahl des Vereinsvorstandes verbunden war. Im Gegensatz zu den zurückliegenden Jahren wurde wegen Bauarbeiten nicht im Goetzhaus, sondern im Joseph Pub getagt. Mit dem Bericht des Vorstandes konnte ich eine sehr positive Bilanz unseres Vereins vortragen. Meine Vorstandsmitglieder Wolfgang Metz, Ursula Gundlach und Wilfried Behlert sowie Franz-Josef Hauer und Karin Stöbe wurden in ihrer Leitungsarbeit wirkungsvoll durch die Vereinsmitglieder unterstützt. Dafür möchte ich allen ein herzliches Dankeschön aussprechen. Hervorheben möchte ich darüber hinaus die sehr effektive Arbeit unseres Geschäftsführers Werner Fritz und das konstruktive Miteinander mit der Leiterin des Sportmuseums Dr. Gerlinde Rohr. Zugleich gilt mein Dank den Freunden des Museums, die durch ihre aktive Unterstützung der Vereinsarbeit oder durch Geldspenden zum Gelingen unserer Vorhaben beigetragen haben. Die Rechenschaftslegung über die zwei zurücklie­genden Jahre und die lebhafte Diskussion, die dem Bericht des Vorstandes folgte (siehe dazu auch den Beitrag von Dr. Karl-Heinz Krämer auf den nachfolgenden Seiten), wurde mit der Neuwahl des Vorstandes abgeschlossen. Sie erfolgte mit großer Einmütigkeit für die vorge­schlagenen Kandidaten. Die erstmals in den Vorstand gewählten Mitglieder Jörg Krusche und Guido Schöneboom – Karin Stöbe konnte sich aus beruflichen Gründen einer Wiederwahl nicht mehr stellen – werden uns neue Möglichkeiten eröffnen, die Vorstandsarbeit weiter zu verbessern.
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Im vorliegenden Heft wenden wir uns einer Problematik zu, die ein unverzichtbarer Bestandteil der Entwicklung des Sports in den vergangenen Jahrzehnten war und auch heute noch einen hohen Stellenwert besitzt: die sportwissenschaftlichen Mess- und Trainingsgeräte. Zwar gehört dieser Bereich zu den kleinsten Sammlungen des Leipziger Sportmuseums, deren Objekte obendrein noch nicht vollständig dokumentiert wurden, dennoch wird aus den Beiträgen dieser Ausgabe von „Sportmuseum aktuell“ deutlich, welchen Schatz der Museumsfundus birgt. Der Beitrag zur Chrono-Zyklo-Fotografie vom Vereinsmitglied Prof. Dr. Gerhard Hochmuth, dem Nestor der Biomechanik in Deutschland, verweist auf ein universelles Aufnahmeverfahren, mit dem mehrere Phasen eines Bewegungsablaufes auf einem Bild erfasst werden können. Wie eindrucksvoll das sein kann, beweist allein schon unser Titelbild. Prof. Dr. Heinrich Gundlach, im FKS langjährig verantwortlich für die Forschung im Bereich der Schnellkraftsportarten, berichtet in seinem Beitrag über Messgeräte für die Sprintforschung, die von ihm entwickelt wurden und nun zum Sammlungsbestand des Museums gehören. Ein weiterer Artikel von Dr. Michael Bastian, Projektleiter Boxen im IAT, widmet sich einem Box-Roboter sowie einer Boxpunktmaschine, die im Zuge von Fehlentscheidungen bei den olympischen Boxwettkämpfen in Seoul 1988 am Leipziger Forschungsinstitut Körperkultur und Sport entwickelt wurde, um die Kampfrichterleistungen objektivieren zu können. Den interessanten Exkurs zu den sportwissenschaftlichen Mess- und Trainingsgeräten, die in der Sportpraxis oft den berühmten „Punkt aufs I“ ausmachen, werden wir in späteren Heften unserer Zeitschrift fortsetzen. Mit dieser Ankündigung verknüpfe ich zugleich den Aufruf an Wissenschaftler, Trainer und Sportler, die sportwissenschaftlichen Sachzeugen aus Vergangenheit und Gegenwart als Kulturgut zu betrachten und für spätere Generationen zu bewahren – in den Sammlungen des Sportmuseums Leipzig.
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Zum Abschluss ein weiterer Gedanke, der für uns von großer Bedeutung ist: Vom Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Dr. Volker Rodekamp, wurde auf der Mit­gliederversammlung ein Sachverhalt angesprochen, der mittlerweile auch Thema der Tages­presse war: Die Stadtverwaltung Leipzig strebt an, das vom Verfall bedrohte Kassengebäude des ehemaligen Schwimmstadions u. a. mit Partner- und Sponsorenhilfe auszubauen und zu einem neuen Zuhause für das Leipziger Sportmuseum herzurichten. Auch wenn bis dahin noch etliche Hürden zu nehmen sind, werden wir uns als Förderverein mit aller Kraft dafür einsetzen, dass aus diesen Überlegungen Wirklichkeit wird. Es muss und wird uns gelingen, für das weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannte und angesehene Sportmuseum ein Domizil in der Sportstadt zu finden, das seiner eigentlichen Bestimmung gerecht wird.
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In diesem Sinne verbleibe ich in alter Verbundenheit als
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Ihr
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Dr. Manfred Merkel
1. Vorsitzender des Fördervereins

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