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Liebe
Vereinsmitglieder,
sehr geehrte Freunde
des Leipziger Sportmuseums,
mit einiger Verzögerung liegt nunmehr
die Nummer 2/3 2005 unserer Vereinszeitschrift „Sportmuseum aktuell“ vor,
die wieder jede Menge interessanter Berichte, Abhandlungen und
Vereinsinformationen enthält. Bevor ich jedoch näher auf den Inhalt des Heftes
eingehe, möchte ich einen Sachverhalt ansprechen, der mir – und sicher auch
allen Vereinsmitgliedern – besonders am Herzen liegt: die Zukunft des
Leipziger Sportmuseums.
Mit Freude hatten
wir zu unserer Jahresvollversammlung am 12. März 2005 die Worte des Direktors
des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Herrn Dr. Volker Rodekamp, zur
Kenntnis nehmen können, dass mit der unter
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Denkmalschutz
stehenden Nordtribüne einschließlich Kassenhäuschen des ehemaligen Schwimm-
stadions ein Objekt gefunden sei, in dem mittelfristig das Sportmuseum
entwickelt werden könne. Unser Optimismus wurde im Sommer dieses Jahres arg gedämpft
durch die Information aus der Stadtverwaltung, dass das Sportmuseum Leipzig auf
Grund der angespannten Finanzlage der Stadt auf einer „Streichliste“
stehe. Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen, in die sich auch Mitglieder
unseres Vereins „einklinkten“ – wofür ich mich an dieser Stelle noch
einmal herzlich bedanken möchte –, führten schließlich nach etlichen Wochen
des Bangens zu der offiziellen Mitteilung aus der Dienstberatung des OBM vom 5.
9. 2005, dass einer Schließung des Sportmuseums nicht zugestimmt werde und
dass man das Vorhaben, die Sportmuseen Berlin, Köln und Leipzig langfristig in
einer deutschlandweiten Stiftung zusammenzuführen, weiter vorantreiben wolle.
Und in Beantwortung einer Anfrage der PDS-Fraktion zur Zukunft des Leipziger
Sportmuseums bekannte sich die Stadt Leipzig am 14. 9. 2005 dazu, die erhalten
gebliebenen Gebäude des ehemaligen Schwimmstadions für eine Nutzung durch das
Museum zu erschließen. Ein Großteil der Musealien soll schon im Jahr 2006 in
sein neues Quartier umziehen (siehe dazu auch den Beitrag aus der „Leipziger
Volkszeitung“ vom 4. Oktober 2005). Das aber ist erst der erste Schritt zur Lösung
des Problems: Die maroden Gebäude können auf Dauer nur genutzt werden, wenn
die notwendigen Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten zügig in Angriff genommen
werden. Gegenwärtig werden die Kosten für diese Maßnahmen sowie für die
Unterbringung des Sportmuseums an neuer Stätte ermittelt, um anschließend nach
konkreten Wegen der Finanzierung suchen zu können. Bleibt nur zu hoffen, dass
die erforderlichen Mittel nicht ausschließlich über noch zu gewinnende
Sponsoren abgedeckt werden müssen, was erfahrungsgemäß kein leichtes
Unterfangen ist.
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Der
Schwerpunkt des vorliegenden Heftes wird bestimmt durch das sportliche Großereignis
des kommenden Jahres, die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Die fünf
Beiträge, die diesem Thema gewidmet sind, geben auf unterschiedliche Weise
einen Einblick in die in Vorbereitung befindliche Sonderausstellung des
Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig/Sportmuseum Leipzig „Herr der Regeln.
Der Fußball-Referee“ und lassen uns teilhaben an einem Projekt, das von
Inhalt und Gestaltung her sicher mit keinem der bisherigen Expositionsvorhaben
zu vergleichen ist. Die Ausstellung ist Teil des „Kunst- und Kulturprogramms
der Bundesregierung zur FIFA WM 2006TM“ und hat damit einen
Stellenwert, der die Einrichtung mit ihrem Angebot in den Mittelpunkt des
nationalen und internationalen Interesses rückt. Gegenstand der Schau ist der
Fußball-Schiedsrichter, der als Unparteiischer auf dem Spielfeld nicht nur
konditionell hohe Leistungen zu erbringen hat, sondern auch kognitiv fit sein
muss: In Bruchteilen von Sekunden muss er komplizierte Spielsituationen
analysieren und bewerten und sich obendrein noch der „Besserwisser“ im
Stadion und an den heimischen Fernsehbildschirmen „erwehren“. Die museale Präsentation
stellt Personen und Leistungen vor, Regeln und Regelübertretungen, Vergangenes
und Zukünftiges aus der Welt des „23. Mannes“ bzw. der „23. Frau“ und
wird mit Sicherheit dazu beitragen, den Referee künftig mit anderen Augen zu
betrachten. Die Artikel in dieser Zeitschriftenausgabe geben schon einmal einen
kleinen Vorgeschmack ... Dass auch der Humor nicht zu kurz kommen wird, beweisen
die kuriosen Vorfälle, auf die unsere Redakteurin Ursula Gundlach bei ihren
Recherchen in alten Schiedsrichter-Zeitungen gestoßen ist und von denen sie uns
eine Auswahl präsentiert.
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Ein
weiterer Schwerpunkt der vorliegenden Zeitschriftenausgabe ist die Fortsetzung
unserer im letzten Heft begonnenen Reihe „Sportwissenschaftliche
Erfindungen“, in der wir auf Forschungsergebnisse der Sportwissenschaft
verweisen, die Eingang in Trainingsmethoden, Wettkampfbestimmungen, offiziell
anerkannte Messverfahren und/oder Sportgeräte und -ausrüstungen gefunden
haben.
Abschließend möchte ich mich in eigener Sache an die Vereinsmitglieder wenden:
Wir sind sicher einer Meinung, dass unsere Vereinszeitschrift ein hohes Niveau
– sowohl inhaltlich als auch gestalterisch – verkörpert und dass die
Breitenwirkung, die wir mit diesem Mitteilungsblatt in ganz Deutschland
erzielen, für unsere Vereinsarbeit und das Sportmuseum Leipzig von unschätzbarem
Wert ist. Wiederholt haben sich die Vereinsmitglieder auf unseren jährlichen
Versammlungen zu ihrem Mitteilungsblatt bekannt und dessen weiteres Erscheinen
trotz finanzieller Probleme befürwortet. Aber „Sportmuseum aktuell“ ist
nicht nur durch fehlende Gelder gefährdet – es fehlen auch die Autoren. In
den zurückliegenden Jahren ist die Bereitschaft der Vereinsmitglieder, mit
eigenen Beiträgen „Sportmuseum aktuell“ zu bereichern, leider immer
geringer geworden. Vieles hat unsere – im Übrigen ausschließlich
ehrenamtlich arbeitende – Redakteurin Ursula Gundlach „abgefangen“, aber
mittlerweile ist ein Punkt erreicht, der ein Um-Denken und Anders-Handeln
erfordert. Was meine ich? Wir brauchen wieder mehr Mitstreiter, die konkrete Veröffentlichungsangebote
machen und nicht darauf warten, dass man sie mit viel Aufwand und „Überredungskunst“
von einer Mitarbeit überzeugt. Wir brauchen wieder mehr Zuverlässigkeit und
Termintreue, damit angekündigte Beiträge auch tatsächlich dann auf dem Tisch
der Redaktion liegen, wenn sie benötigt werden. Und wir brauchen wieder mehr
Eigenverantwortung für das „eigene Produkt“, auch wenn die Redakteurin
„die zu Papier gebrachten Zeilen schon zu einem stimmigen Text verarbeiten
wird“.
Bitte
sorgen Sie mit dafür, dass unsere Vereinszeitschrift eine Zukunft hat und dass
die mit ihrer Herausgabe Betrauten wieder mehr Freude an ihrer Arbeit finden.
Wir profitieren alle davon!
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Ihr
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Dr. Manfred Merkel
1. Vorsitzender des Fördervereins
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