Editorial
Kunst und Kultur zur Fußball-WM 2006
Herr der Regeln. Der Fußball-Referee
Lohn für den Referee: "Das Bier nach dem Spiel!"
Das Kinder-Mehrzweckturngerät "Greifswald"
Museumsnachbarn über'n Zaun geschaut
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Museumsnachbarn über'n Zaun geschaut
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Vereinsmitglieder besichten Technikmuseen in Merseburg
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Nach dem Motto „Reisen bildet“ hatte der Vorstand des Fördervereins Sächsisches Sportmu­seum Leipzig e. V. 2004 beschlossen, einmal jährlich eine „Vereinsausfahrt“ zu organisieren, um museale Einrichtungen der näheren Umgebung zu besuchen und im Gespräch mit den dort beschäftigten Mitarbeitern Erkenntnisse und Erfahrungen für die eigene Arbeit zu sammeln. Die erste Tour dieser Art sollte nach Merseburg gehen. Die Vereinsmitglieder wurden per Post bzw. eMail für Samstag, den 24. September 2005, eingeladen, und elf Personen sagten zu. 8.00 Uhr trafen sich die „Exkursionsteilnehmer“ am Leipziger Hauptbahnhof und ließen sich vom Linienbus an das Ziel ihrer Wünsche bringen.
Erste Station ihrer Fahrt war das Deutsche Chemie-Museum Merseburg, das von dem gemein­nützigen Verein „Sachzeugen der chemischen Industrie e. V.“ betrieben wird. Dessen Vorsitzender, Prof. Dr. Klaus Krug, und dessen ehemaliger Geschäftsführer, Prof. Dr. Hans-Joachim Hörig, erwarteten ihre Gäste schon am Eingang des Museums. Während eines zweistündigen Rundgangs durch das großzügig angelegte und gestaltete Gelände gaben die beiden den Leipzigern einen kleinen, aber tiefgründigen Einblick in die interessante und wechselvolle Geschichte der chemischen Industrie in der Region, in der sich zum Ende des 19. Jahrhunderts/Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche chemische Werke angesiedelt und den jeweiligen Standorten ihr Gepräge gegeben hatten: die Sodaproduktion in Bernburg (1883), die Herstellung syntheti-
Die Exkursionsteilnehmer sind im Deutschen Chemie-Museum Merseburg eingetroffen und harren der Dinge, die da kommen werden ...
scher Farben in Greppin/Wolfen (1894), die Produktion von Filmen und synthetischen Fasern in Wolfen (1909), die Waschmittelherstellung in Genthin (1921), die Erzeugung synthetischen Kautschuks und anderer Kunststoffe in Buna-Schkopau (1936) sowie die Kohlehydrierung zur Treibstoffherstellung in Böhlen, Lützkendorf, Magdeburg, Schwarzheide und Zeitz (1936). Die stete Vervollkommnung der Produk­tionsverfahren in den nachfolgenden Jahrzehnten war mit einer rasanten Entwicklung der Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie des Gerätebaus verbunden und machte Mittel­deutschland zu einem Zentrum des ökonomischen Aufschwungs. Auch zu DDR-Zeiten war die chemische Industrie ein bedeutender Wirtschaftszweig – die Produktionskennziffern, die Größe der Betriebe, die Zahl der Wissenschaftseinrichtungen, die Höhe der Beschäf­tigtenzahlen sprechen für sich ...
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Mit der Wende 1990 und der damit verbundenen Neustrukturierung der Wirtschaft gab es auch einschneidende Veränderungen in der chemischen Industrie. Die Schließung bzw. Still­legung von Betrieben oder Betriebsteilen machte es möglich, einige der bis zu diesem Zeit­punkt auf Verschleiß gefahrenen Produktionsanlagen und Geräte zu demontieren und – an geeigneter Stelle wieder aufgebaut – der Nachwelt zu erhalten. Die Sachzeugen der chemi­schen Industrie, von denen sich rund 2.000 im Deutschen Chemie-Museum befinden und in einem „Technologiepark“ – zum Teil in eigens errichteten Kleingebäuden – präsentiert wer­den, gehören mittlerweile zum Weltkulturerbe. Konservatorisch aufbereitet und museal doku­mentiert, veranschaulichen die Exponate grundlegende chemische Prozesse und Verfahren, einige sind sogar noch „funktionstüchtig“ und können praktisch erprobt werden. „Chemie zum Anfassen“ bietet die Einrichtung auch Kindern und Jugendlichen der Klassenstufen 2 bis 13 an: mit über 500 altersgerechten und alltagsorientierten chemischen Versuchen, die im Rahmen der museumspädagogischen Arbeit in den Laboren des benachbarten Hochschul­komplexes durchgeführt werden. Bisher haben mehr als 20.000 Schüler dieses Angebot genutzt.
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Foto links: Faszinierende Technik, wohin das Auge schaut – das Museumsgelände bietet "Geschichte hautnah". Foto rechts: Zum Abschluss ein Dankeschön an Prof. Dr. Klaus Krug (2.v.l.) und Prof. Dr. Hans Hörig (2.v.r.) für die beeindruckende Museumsführung sowie eine Einladung in die Ausstellung "Herr der Regeln. Der Fußball-Referee" 2006 ins Stadtgeschichtliche Museum Leipzig.
Beim Mittagessen in einem nahe gelegenen Gartenrestaurant wurden die Eindrücke des Muse­umsrundgangs „verarbeitet“ und Kraft geschöpft für die zweite Station des Tages: den Besuch des Luftfahrt- und Technik-Museumsparks Merseburg. Auf einem 61.000 m2 großen ehemaligen Militärflughafengelände bzw. in einer 5.000 m2 großen Flugzeughalle wurde den Exkur­sionsteilnehmern erneut einer Fülle technischer Zeugen und Zeugnisse der Vergangenheit – von A wie Antriebsmotoren bis Z wie Zweiräder – präsentiert. Auch in diesem Museum fungiert ein Förderverein als Träger der Einrichtung, der sich neben der Erweiterung der Sammlungen auch der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die museale Arbeit – Restaurierung von Museumsstücken, Nachbau von Originalen und öffentlichkeitswirksame Darstellung von

Exponaten – verschrieben hat. Und auch in diesem Museum nahm sich der Vorsitzende des Fördervereins, Dieter Schönau, die Zeit, die Leipziger Gäste persönlich durch die Ausstellung zu führen und sie mit fundierten Fachkenntnissen und manchem „Anek­dötchen“ zu überraschen. Der Rundgang durch die sehenswerte Schau, deren Magnet zweifel­los die fast 50 ausgestellten Fluggeräte vom Jagdflieger bis zum Großraumpassagierflugzeug sind, endete im Flugzeugcafé einer IL 62, in der die müden Beine ausgestreckt und die Lebensgeister mit einer Tasse Kaffee wiedererweckt werden konnten.

Der Ausflug nach Merseburg fand bei schönstem Herbstwetter statt und bescherte den Teil­nehmern bleibende Eindrücke. Dass alles „wie am Schnürchen lief“, ist der detaillierten Vorbereitung durch


Auch der Luft- und Technik-Museumspark Merseburg erweist sich als ein besonderer Anziehungspunk für historisch Interessierte: Er beeindruckt mit einer Vielfalt an Flugkörpern, Fahrzeugen und Antriebstechnik verschiedenster Epochen.
den Vereinsvorsitzenden und dem organisatorischen Geschick des Vereinsge­schäftsführers Werner Fritz zu verdanken, denen an dieser Stelle nochmals herzlich Danke­schön gesagt werden soll. Gleichzeitig bedanken sich die Exkursionsteilnehmer noch einmal bei Prof. Dr. Klaus Krug, Prof. Dr. Hans-Joachim Hörig sowie Dieter Schönau für die interessanten Führungen durch ihre Museen und wünschen den beiden durch sie vertretenen Fördervereinen viel Erfolg bei ihrer weiteren Arbeit und natürlich jede Menge technik­begeisterter Besucher.
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Im Übrigen haben der Förderverein „Sachzeugen der chemischen Industrie e. V.“ und der Förderverein Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V. beschlossen, ihre Kontakte künftig zu intensivieren, und deshalb die gegenseitige Mitgliedschaft im jeweiligen „Nachbar“-Verein erklärt.

Dr. Manfred Merkel

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