... hieß es auf der diesjährigen Mitgliedervollversammlung des
Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e.V. am 7. April 2001: vom bisherigen 1. Vorsitzenden, von ABM-Plänen
für das Buchprojekt "Historische Sportstätten in Leipzig", von der Sicherheit, alljährlich über eine zuverlässig sprudelnde
Geldquelle zu verfügen, von der Hoffnung auf eine schnelle Entscheidung zum künftigen
Museumsstandort. Und doch hatte die Zusammenkunft des mittlerweile 72 Mitglieder zählenden Vereins - die
Leipzigerin Hannelore Röhr wurde noch zu Beginn der Veranstaltung in
die Vereinsreihen aufgenommen und erhöhte damit die Zahl der anwesenden
Vereinsmitglieder auf 32 (während die Zahl der Gäste damit auf 15 sank)
keineswegs eine pessimistische Grundstimmung. Jeder Abschied ist auch ein
Neubeginn, und den demonstrierten die Anwesenden auf vielfache Weise.
.
Natürlich fiel es dem Vereinsvorstand nicht leicht, nach fast
10-jähriger Zusammenarbeit Wolfgang Schoppe aus dem Amt des Vorsitzenden zu entlassen, hatte er doch ganz wesentlich dazu
beigetragen, diesen Verein aus der Taufe zu heben und ihn für die
Anforderungen der Zeit fit zu machen. Gemeinsam mit den Museumsmitarbeitern und ABM-Kräften, den Vereinsmitgliedern und
zahlreichen Freunden und Förderern von Museum und Verein, die ehrenamtlich Rat und praktische Unterstützung gaben, gelang es ihm,
die Sammlungen des Sportmuseums Leipzig, deren Bestand 1992 akut gefährdet war, zu erhalten und
zwischenzeitlich um Zehntausende Musealien zu erweitern. Das Museum selbst etablierte sich - wenn auch nur
als ein Sammlungs- und Dokumentationszentrum ohne eigene Ausstellungsräume, so doch als eine Einrichtung
des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig mit zwei fest angestellten Mitarbeitern und einem Stab qualifizierter ABM-Kräfte. Mit lokal, regional, aber auch national anerkannten Ausstellungen, Veranstaltungen
und Publikationen machten und
machen Museum und Verein von sich reden. Allein die 1992 entstandene und kontinuierlich aktualisierte
"OlympART" ist eine Exposition, die ihresgleichen sucht. Und das seit 1993
herausgegebene Mitteilungsblatt
"Sportmuseum aktuell" wurde nicht nur zur einzigen periodisch erscheinenden Publikation eines deutschen
Sportmuseums, sondern auch zu einer geschätzten
Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Sportgeschichte. Das vor zwei Jahren
gestartete Forschungsprojekt
"Historische Sportstätten in Leipzig" verspricht, ebenso
erfolgreich zu werden. Wolfgang Schoppe hat zweifellos Spuren hinterlassen ...

Amtsübergabe mit einem lachenden und einem weinenden Auge:
Wolfgang Schoppe wird in
Anerkennung seiner geleisteten Arbeit mit der
"Ehrennadel des LSB Sachsen in Gold" geehrt.
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Diese Spuren fortführen und dennoch frischen Wind in die
Vereinsangelegenheiten bringen wird mit Sicherheit der neue Vorstand, in dem von nun an neben Dr. Petra Tzschoppe, der
neuen Vereinsvorsitzenden, Wilfried Behlert, Dr. Manfred Merkel, Annett
Schimmel und Karin Stöbe auch Wolfgang Metz und - wieder - Prof. Dr.
Harold Tünnemann mitarbeiten werden. Die ersten Akzente sind bereits gesetzt: Nach Erhalt des Museums und Etablierung des Vereins wird es
jetzt darum gehen, das Erreichte zu festigen und auszubauen, sprich: dem Sportmuseum Leipzig und seinem Förderverein trotz
knapper werdender
öffentlicher Mittel eine gesicherte Zukunft in der Leipziger und
sächsischen Museumsland-
schaft zu geben.
Verabschieden musste sich der Förderverein aber nicht nur von seiner
bisherigen "Führung", sondern auch von vier Mitarbeitern des Sportstättenprojektes, deren AB-Maßnahmen nach
zweijähriger Recherchetätigkeit ausgelaufen sind, und von der Hoffnung, diese sehr bald wieder über den
"Zweiten Arbeitsmarkt" beschäftigen zu können. Die Regelungen zur Vergabe und Verlängerung von
Fördermaßnahmen, die gerade solche inhaltlich anspruchsvollen Tätigkeiten - wie eben die Erforschung historischer
Sportstätten - zum Gegenstand haben, sind noch komplizierter geworden, als sie ohnehin schon waren ...
Doch die Trägerbetriebe - die (unmittelbar betroffene) Markranstädter
Beschäftigungsgesellschaft e. V. und der (seine ABM-Kräfte noch bis Jahresende im Sportstättenprojekt
tätig wissende) Kommunale Eigenbetrieb Engelsdorf stehen hinter der geleisteten Arbeit ihrer vier bzw. drei
Mitarbeiter und kämpfen für die Fortführung des begonnenen Projektes. So sind es schon drei, die sich für ein und
dieselbe Sache einsetzen ...
Kampfgeist und Einfallsreichtum werden auch gefragt sein, wenn es um die
Sicherung der Vereinsfinanzen geht. Durch den Wegfall der Zuschüsse, die der Landessportbund Sachsen e. V.
dem Förderverein bisher jährlich gewährte - noch nicht kalkulierbare "Lotto-Mittel" zwangen
den LSB zu diesem Einschnitt -, stehen dem Förderverein Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V. künftig rund 25.000,- DM
pro Jahr weniger zur Verfügung, wenn es ihm nicht gelingt, neue Finanzquellen zu erschließen. Gespart hat
der Verein schon immer, und angesichts des zu realisierenden Buchprojektes sowie des nach wie vor überwiegend aus
der
Vereinskasse finanzierten Mitteilungsblattes scheint es unmöglich, "den Gürtel noch enger zu
schnallen". Nehmen wir also Abschied von den beiden Publikationen oder doch nur von unserer uneffektiven
Vorgehensweise in Sachen Geldbeschaffung?
Dr. Petra Tzschoppe hat dazu eindeutig Position bezogen: "Wir haben
unseren Verein bisher nicht professionell genug vermarktet. Wir müssen mit unseren Pfunden besser, das heißt
gezielter wuchern!" Ein noch zu erarbeitendes Marketingkonzept - Was machen wir? Was bieten wir? Was wollen
wir? - soll und wird dem Vereinkünftig bei der Suche nach Sponsoren, Förderern und Freunden
behilflich sein und der Öffentlichkeitsarbeit neue Wege erschließen. Die ersten Gedanken sind schon zu Papier gebracht,
und die Richtung ist klar: Alle Vereinsmitglieder werden sich einbringen müssen ...
Und was wird mit dem Leipziger Sportmuseum? Wie weit sind die
Bemühungen um Räume für eine neue Dauerausstellung gediehen? Wird die Einrichtung wunschgemäß ihr Domizil auf
dem Gelände des Leipziger Sportforums finden? Der Traum des Vereins, schon im Jahr 2000 die Umzugskisten
packen zu können, hat sich nicht erfüllt. Wird auch die Hoffnung auf einen neuen Museumsstandort im kommenden Jahr
ad acta gelegt werden müssen?
Nicht, wenn die bisherigen und zur Zeit laufenden Bemühungen
fortgeführt und intensiviert werden: Die bereits geknüpften Kontakte zu den Kommunalpolitikern - die u. a. zur Folge
hatten, dass Vertreter von drei Fraktionen des Stadtrates als Gäste an der Veranstaltung teilnahmen - sind weiter
zu festigen und für das Vorhaben "Sportmuseum Leipzig"
nutzbar zu machen. Neue Mitstreiter müssen für das Projekt gewonnen
werden - auch und vor allem in den Bereichen der Stadtverwaltung, die im Zuge der
Verwaltungsreform nun für die Belange des Sports in der Stadt zuständig sind. Ersten Gesprächen mit den
Investoren des im Umbau befindlichen Sportforums müssen weitere, konkrete Absprachen folgen ... Der Direktor des
Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Dr. Volker Rodekamp, erklärte seine Bereitschaft, den Förderverein bei
diesen nächsten Schritten zu unterstützen, und forderte Museum und Verein auf, sich Klarheit über die Fragen zu
verschaffen: Wohin geht das Museum?
Entwickelt es sich langfristig zu einem sächsischen Museum? Oder gar zu
einer Teileinrichtung eines nationalen (Sport-)Museums? Und er formulierte die Schwerpunktaufgabe der
Museumsmitarbeiter: die Erarbeitung und Vorlage eines tragfähigen Museumskonzeptes.
Das liegt inzwischen auf dem Tisch und eröffnet der Einrichtung und
ihrem Förderverein mit Sicherheit neue Möglichkeiten für eine fundierte Diskussion mit den entsprechenden
Entscheidungsträgern, die dann hoffentlich auch bald zu handfesten Resultaten führt ...
Ursula Gundlach
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