Abschied nehmen....
"Ein Schirmherr aus Leipzig" Erich Chemnitz (29.1.1891 - 4.5.1981)
Zum Jubiläum Wiedervereinigung vollendet - 100 Jahre Leipziger Sport Club
Neuerwerbungen des Sportmuseums
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Zum Jubiläum 
Wiedervereinigung vollendet

100 Jahre Leipzig Sport Club
     
Die Festschrift zum LSC Jubiläum ist in der
Geschäftsstelle des Clubs, Pistorisstraße 30,
     04229 Leipzig für 10,- €  erhältlich:
       Tel. / Fax 0341 - 4011506
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100 Jahre alt zu werden, ist heutzutage gar nicht mehr so selten, für die lokalen Medien dennoch immer wieder ein willkommener Anlass, um Menschen vorzustellen, die in einem Jahrhundert gelebt und gewirkt haben, das wir zum Teil nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen. Auch mit dem Gründungsjubiläum des ältesten Leipziger Tennis- und Hockeyvereins, des Leipziger Sport-Clubs von 1901 e. V. (LSC), das am 30. April dieses Jahres begangen und mit großer Presseresonanz bedacht wurde, ist ein Stück Historie lebendig geworden, das Würdigung und Aufarbeitung im besten Sinne des Wortes verdient:
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Ursprünglich als Eishockey-(Bandy-)Verein ins Leben gerufen, entwickelte sich der heute im Stadtteil Leipzig-Schleußig angesiedelte Club schon bald zu einem nicht nur in Leipzig, sondern auch national bedeutsamen Sportverein, der sich vor allem in der 20er und 30er Jahren im Tennis, Hockey sowie in der Leichtathletik einen Namen machte. Die Entwicklung des Vereins ist untrennbar mit den Namen der Brüder Arthur, Wilhelm und Heinrich Schomburgk verbunden, die zu den Mitbegründern des Clubs gehörten.
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Wilhelm Schomburgk war nicht nur ein erfolgreicher Leichtathlet, Tennis-, Fußball-, Feldhockey- und Bandyspieler, sondern machte sich durch sein Engagement als Vorstandsmitglied und späterer Bundesleiter des „Deutschen Lawn Tennis Bundes“ (DLTB) sowie als Mitglied des Bundesausschusses des „Deutschen Hockey Bundes“ (DHB) und Vorkämpfer für die Einführung des Landhockeys in Leipzig auch zu einem Pionier des modernen Sports.

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Heinrich Schomburgk, einer der vielseitigsten Sportler, des LSC, ging vor allem als „Tennisstar“ in die Leipziger Sportgeschichte ein. Nachdem er sich 16-jährig bereits den ersten Clubmeistertitel geholt hatte, vertrat er 1908 und 1912 Deutschland bei den Olympischen Sommerspielen in London bzw. Stockholm und gewann bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme gemeinsam mit Dora Koering (Dresden) im Mixed Spiel die Goldmedaille. Darüber hinaus errang er siebenmal den Titel eines Internationalen Deutschen Tennismeisters.
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Die 1908 gegründete Hockey-Abteilung trug mit ihren sportlichen Erfolgen maßgeblich zum Ansehen des LSC bei: Mit Titelgewinnen beim Turnier der Dresdner Hygiene-Ausstellung (1911), der Deutschen Akademischen Hockeymeisterschaft (1912 und 1913) und den Deutschen Kampfspielen (1922 und 1926) brachten sich die Hockey-Herren an die Spitze der deutschen Hockeyvereine. Fünf LSC-Spieler starteten bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam und brachten die Bronzemedaille mit nach Hause. Von 1926 bis 1938 kamen aus den Reihen des Clubs allein zwölf Nationalspieler.

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Auch in einer weiteren Sportart, der Leichtathletik – die anfangs nur als sportliche Grundlage für Tennis und Hockey betrieben wurde –, machte der Leipziger-Sport-Club national und international von sich reden. Der sechsmalige Deutsche Meister Dr. Carl Ludwig („Luz“) Long sorgte neben zahlreichen Siegen in der Deutschen Nationalmannschaft vor allem mit seinem Silbermedaillengewinn im Weitsprung bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin für Aufsehen. Wie hoch die Wertschätzung ist, die diesem Spitzenathleten auch heute noch entgegen gebracht wird, zeigte die am 30.

April dieses Jahres erfolgte Umbenennung des Leipziger Ziegeleiweges in „Luz-Long-Weg“. Zu diesem festlichen Akt, den Vereinsmitglied Dr. Karl-Heinz Krämer initiiert hatte, waren als Ehrengäste Charlotte Hahn, die 90-jährige Schwester des Leichtathleten, und die Nichte Longs, Maria Schwartz, zugegen. Die Namensgebung leitete die wenige Tage später beginnenden Feierlichkeiten zum LSC-Jubiläum ein.

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Nach Kriegsende 1945 wurden in der sowjetisch besetzten Zone die bürgerlichen Sportvereine auf der Grundlage des Alliierten Kontrollratsbeschlusses Nr. 2 und auf Befehl der Sowjetischen Militär-Administration (SMAD) aufgelöst und deren gesamtes Vermögen, einschließlich der Sportanlagen, beschlag- nahmt. Es kam zum Aufbau eines staatlich gelenkten Sportbetriebes mit der Bildung von Betriebssportgemeinschaften (BSG). Auf den ehemaligen Anlagen des LSC etablierte sich die BSG Aufbau Südwest Leipzig, in der auch frühere LSC-Mitglieder weiter Sport trieben. Auch im neuen „Verein“ dominierten die Hauptsportarten Tennis und Hockey, und die beachtlichen sportlichen Leistungen, die die Mitglieder der BSG in diesen Sportarten erzielten, reihen sich würdig in die Erfolgsstatistik des 1901 gegründeten LSC ein: Die Tennisspieler errangen in den 41 Jahren des Bestehens ihrer BSG zahlreiche DDR-Mannschaftsmeistertitel, und Gabriele Lucke holte sich 1989, nachdem sie schon die beiden Jahre zuvor DDR-Jugendmeisterin geworden war, auch den DDR-Einzelmeistertitel. Doch nicht nur die Sportler standen im Mittelpunkt des regionalen und nationalen Interesses, sondern auch die Sportanlagen an der Pistorisstraße: Zwischen 1954 und 1980 waren sie 23-mal Austragungsort der DDR-Tennismeisterschaften.

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Im Hockey sah man auf der Schleußiger Anlage im Mai 1966 das Länderspiel gegen den achtmaligen Olympiasieger Indien. Ausgerechnet hier mussten die Inder mit 0:2 eine ihrer zwei Niederlagen in insgesamt 31 Spielen gegen die DDR-Auswahl hinnehmen. Meisterliche Leistungen bot auch die Aufbau-Damenmannschaft – über viele Jahre gehörte sie zur Leistungsspitze und konnte mit zahlreichen Nationalspielerinnen in ihren Reihen zwischen 1966 und 1987 neunmal die DDR-Meisterschaft im Feldhockey und zweimal im Hallenhockey erringen. Auch die Jugendmannschaften konnten sich mehrfach den Meistertitel holen.

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Im Zuge der politischen Wende in der DDR, der folgenden Wirtschafts- und Währungsunion sowie der Auswirkungen der strukturellen Einheit beider deutscher Staaten im Jahre 1990 konnten die Betriebs- sportgemeinschaften durch ihre Trägerbetriebe finanziell und strukturell nicht mehr erhalten werden. Landesweit kam es zur Umstrukturierung der Sportgemeinschaften in Vereine, die vielfach den alten Namen aus der Vorkriegszeit wieder annahmen, ohne dass eine entsprechende Verbindung zu Geschichte und Tradition bestand.

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Dies war beim Leipziger Sport-Club, der am 13. 9. 1990 wieder gegründet wurde, nicht der Fall, da einzelne Alt-Mitglieder über die Jahrzehnte hinweg im Verein verblieben waren und trotz der Existenz zweier deutscher Staaten Verbindung zu den zahlreichen Alt-LSCern unterhalten hatten, die nach dem Krieg in die Westzonen übergesiedelt waren. Und das ist das eigentlich Besondere und Hervorhebens- werte: dass ein Sportverein über mehr als vier Jahrzehnte an zwei verschiedenen, durch unterschiedliche gesellschaftliche Systeme geprägten Standorten existierte und mit sportlichen Leistungen auf der einen sowie einem traditionsverbundenen Vereinsleben auf der anderen Seite an seine Ursprünge anknüpfte. So kann man durchaus von einer echten Wiedervereinigung sprechen, als sich die LSC-Mitglieder aus Ost und West anlässlich des 90. und 95. Clubjubiläums zusammenfanden und gemeinsam an die Fortschreibung ihrer Vereinsgeschichte gingen. Dass sich mehrere Alt-LSC-Mitglieder – unter ihnen die Nachkommen von Dr. Wilhelm und Heinrich Schomburgk – als passive Mitglieder in den neuen (Leipziger) LSC einschrieben, ist nur ein weiterer Ausdruck dieses Einigungsprozesses.
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Unter neuem, altem Namen sorgte der Leipziger Sport-Club auch in den 90er Jahren für sportliche Höhepunkte auf lokaler, regionaler und auch nationaler Ebene. Mit seinen vier Sportabteilungen – Tennis, Hockey, Fußball und Billard – ist der Verein bis zur Gegenwart im Wettspielbetrieb vertreten.
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Die Tennisspieler konnten seit 1993 im Erwachsenenbereich 18 sächsische Landesmeistertitel erringen. Besonders erfolgreich war die jetzt 18-jährige Jenny Kühn, die im Juni 1999 Deutsche Jugendmeisterin in der Altersklasse II wurde. Aber auch im männlichen Jugendbereich gibt es ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent: Christian Haupt wurde im Dezember 1999 Ostdeutscher Meister der Altersklasse II. In den Mannschaftswettbewerben spielten 1997 je zwei Damen- und je zwei Herrenmannschaften in der obersten ostdeutschen Spielklasse – der Regional- bzw. 2. Bundesliga.
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Die Hockeyspieler vervollständigen die Erfolgsbilanz des Clubs: Mit drei Erwachsenen- und sieben Nachwuchsmannschaften im Punktspielbetrieb konnten sie von 1992 bis heute 28 sächsische Landes- meistertitel erkämpfen. Mit 25 Erfolgen haben die Jugendlichen daran den Löwenanteil.

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