Editorial
Goldmedaillen auf der Spur
"... und Moskau!" Gedanken zum Leipziger Olympia-Aus
Ins rechte Licht gerückt - Die Sammlung des Sportmuseums Berlin
Mit Nadel und Faden - Sportgeschichte lebendig machen
Streitbare Publikation zur DDR-Sportgeschichte
(Leipziger) Frauen am Fußball
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Liebe Vereinsmitglieder,
sehr geehrte Freunde
unseres Sportmuseums,

ein hohes, aber erreichbares Ziel, der schöne Traum von Olympia 2012 in Leipzig hat mit der Entscheidung des 18. Mai 2004 ein vorzeitiges Ende gefunden. Das Aus Leipzigs bei der Wahl der Kandidatenstädte hat uns alle betroffen gemacht. Der Ruf nach Spielen für die Sportler und das Abwenden vom zunehmenden Gigantismus der Olympischen Spiele waren Kriterien der veränderten Bewerbungskonzeption, die auch vom IOC-Präsidenten Dr. Jacques Rogge positiv eingeschätzt wurde ... Wir wollen faire Verlierer sein und akzeptieren die Entscheidung, obwohl wir uns – auch für die Zukunft des Leipziger Sportmuseums – einen anderen Ausgang der Wahl gewünscht hätten. Was für mich bleibt, ist die Begeisterung weiter Kreise der Bevölkerung

für den Sport, die ich aus meiner eigenen Aktivenzeit kannte, seit der Wende aber leider vermisste.

Die Ausgabe „Sportmuseum aktuell“ 2/2004 ist bestimmt durch die Fortsetzung der Thematik von Heft 1 des Jahres 2004. Erstmalig erhalten wir mit dem Beitrag von Martina Behrendt einen umfänglichen Einblick in die Sammlungen des Berliner Sportmuseums und einen detaillierten in dessen erstklassiges Fotoarchiv. Ergänzt wird das Thema Sammlungstätigkeit durch Artikel aus eigenem Hause: Wir drucken u. a. den Erfahrungsbericht von Sabine Rotsch (und Wolfgang Metz) über die Datenerfassung mit dem Programm GOS ab, schildern die Übernahme von Objekten aus dem Leipziger Schwimmstadion in den Fundus des Museums, stellen die Näherin von Repliken historischer Sportkleidung Inge Riedel vor und informieren – wie in jedem Heft – über Neuerwerbungen im zurückliegenden Quartal.

Während dieses Mitteilungsblatt in Druck geht, läuft die Europameisterschaft im Fußball der Herren, deren Zielvorgaben durch den Vizeweltmeistertitel 2002 und den Weltmeistertitel im Frauenfußball entscheidend geprägt sind. Der Frauenfußball – in seinen Anfängen wegen des zu einem „männlichen Spiel“ unpassenden weiblichen Charmes und der nicht erwarteten Qualität spielerischer Leistungen eher belächelt – hat heutzutage ein solches Niveau erreicht, dass einige Männermannschaften einer weiblichen Verstärkung nicht mehr ablehnend gegenüberstehen. Pionierarbeit für den Frauenfußball in Leipzig leistete zweifellos Waltraud Horn. Sie gründete im Jahre 1968 in der BSG Chemie Leipzig eine Frauenfußball„mann­schaft“ – die erste in Leipzig überhaupt. Von der Übergabe ihrer ersten Trainings- und Spielbekleidung – sie war bis 1975 aktiv und als Mittelfeldspielerin eingesetzt – an unser Museum berichtet der Beitrag von Wolfgang Metz in diesem Heft.

Themenwechsel: Am 24. April 2004 – anlässlich der diesjährigen „Museums-Nachtschicht“ – konnten die Leipziger „ihr“ Sportmuseum nach langer Zeit wieder einmal in Aktion erleben: Trotz fehlender ständiger Ausstellung präsentierte sich die Einrichtung mit einem bunten Programm rund um das Thema „Goldmedaillen auf der Spur“ im Leipziger Goetz-Haus. Neben Führungen durch die Sonderschau „OlympART. Diplome und Medaillen der Olympischen Spiele“ sowie Gesprächen zum Thema olympische Ehrungen und olympisches Zeremoniell wurden auch „Goldige Gerichte“ aus der Küche des Goetz-Haus-Restaurants angeboten, und mehr als 100 Besucher nutzten an diesem Abend die Einladung in die Lützner Straße 11, um Einblick in die olympische Sammlung des Sportmuseums Leipzig und seines Fördervereins zu nehmen. Anziehungspunkt der kleinen Exposition war unbestritten die Albumschatulle des Dresdner Hoffotografen Albert Meyer mit Originalbildern von den I. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen, über deren Wert und Ankauf wir die Leser unserer Vereinszeitschrift schon mehrfach informiert haben.

Darauf hoffend, dass der olympische Schwung den Leipzigern und den Freunden und Förderern von Sportmuseum und Förderverein nicht verloren geht, grüße ich Sie herzlich –

Ihr

Dr. Manfred Merkel

1. Vorsitzender des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V.

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