Editorial: Zum Anliegen des Heftes
SPORT:RÜCK:SCHAU, Versuche eines Resümees
Nachträglich - aber noch nicht zu spät.  Ehrung am Turner-Grabmal auf dem Leipziger Südfriedhof
1:0 für das Ehrenamt
Wunder gibt es immer wieder
Der Anfang ist gemacht
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Liebe Vereinsmitglieder,

liebe Leserinnen und Leser,

sie wurde hoffentlich schon von Ihnen erwartet, die neueste Ausgabe unserer  Sportmuseumszeitschrift. Der lange Abstand von einem Dreivierteljahr seit dem Erscheinen des vorherigen Heftes hat einen triftigen Grund: Heft 1 und 2 des Jahres 2002 sind Ihnen nicht im vertrauten Erscheinungsbild begegnet, sondern in Gestalt der Begleitpublikation zur Turnfestausstellung. Der Förderverein hatte die Herausgabe des Buches zur Ausstellung "SPORT:SCHAU" durch eine finanzielle Unterstützung ermöglicht, die deutlich den Rahmen zur Finanzierung von zwei regulären Ausgaben unserer Zeitschrift überstieg. Wir haben so entschieden, weil wir überzeugt sind, dass die immense Forschungsarbeit, die zum Thema Deutsche Turnfeste geleistet wurde, über den Ausstellungszeitraum hinaus vergegenständlicht werden sollte. Dass diese in Anbetracht der finanziellen Situation keineswegs leichte Entscheidung richtig war, haben alle bisherigen Reaktionen bekräftigt. Die mit dem Buch vorgelegte Dokumentation aller nationalen Turnfeste seit 1860 hat große Anerkennung bei vielen sporthistorisch Interessierten gefunden. Von besonderem Interesse ist sie weit über die Momente des Leipziger Turnfestes hinaus für die Turnverbände und –vereine. 

Über die Wertschätzung dieser Publikation wird im vorliegenden Heft ebenso zu lesen sein wie über die Resonanz auf eine bemerkenswerte Turnfestausstellung. Das Turnfest im Frühjahr war für alle Teilnehmer und Gäste und nicht zuletzt auch für die Bevölkerung Leipzigs selbst solch ein großes Ereignis, dass wir uns im aktuellen Heft noch einmal einigen Facetten des Festes zuwenden wollen. Dem Motto gemäß gab es in der Tat jede Menge Neues zu entdecken, einige der Entdeckungsreisen führten auch in die Turnfestgeschichte. Eine der eindrucksvollsten fand bereits am Vorabend des Turnfestes mit der Eröffnung des Goetz-Hauses statt. Alle Beteiligten hatten Unglaubliches geleistet, um den Termin zu halten. Angesicht dieser beeindruckenden Präsentation konstatierte Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee in seinem Grußwort, dass er, nachdem er gesehen habe, wie das Goetz-Haus fertig geworden sei, nun um die punktgenaue Fertigstellung des Zentralstadions zur Sportgala keine Angst mehr habe. (Recht hatte er.) Wie es mit dem Goetz-Haus weiter geht und was zum Turnfest sonst noch so "gespielt" wurde, können Sie auf den folgenden Seiten erfahren. Darüber hinaus bieten wir Ihnen von einem Exkurs zurück ins 16. Jahrhundert zu Camerarius bis zu aktuellem aus dem Vereinsleben wieder jede Menge Lesenswertes. Wer gemeint hatte, dass nach dem Kraftakt Turnfest mit seinen vielfältigen Herausforderungen im Sportmuseum erst einmal Durchatmen angesagt wäre, weiß seit kurzem, dass dies schlicht Mangel an Informationen war. Die im Sport eigentlich unabdingbaren Regenerationsphasen finden derzeit nicht statt, es wird bereits an der nächsten Ausstellung mitgearbeitet. Noch im Jahr 2002 wird auf dem Gelände der alten Messe in der Messehalle 16 eine Präsentation der Stadt Leipzig anlässlich der Olympiabewerbung 2012 eröffnet, die die Pläne und Visionen Leipzigs für die Ausrichtung der Olympischen Spiele beinhalten wird. In einem einleitenden historischen Teil werden Facetten der jüngeren Leipziger Geschichte sowie die sporthistorischen Traditionen und Leistungen der Stadt dargestellt. Für diesen letztgenannten Abschnitt der Schau zeichnen die Mitarbeiter des Sportmuseums Leipzig verantwortlich. Zu den Adressaten der Präsentation zählen neben den Mitgliedern der Evaluierungskommission des NOK, die in den kommenden Wochen vor Ort die Qualitäten der Leipziger Olympiabewerbung überprüfen wollen, und den Vertretern der olympischen Sportverbände die Bürger und Gäste der Stadt Leipzig.

In den vergangenen Wochen ist im Angesicht der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Sachsen auch die Frage gestellt worden, ob die Bewerbung Leipzigs und seiner Olympiaregion aufrecht erhalten werden kann und soll. Mittlerweile gibt es ein klares Votum seitens der Politik und des Sports dafür, und auch zahlreiche Stimmen aus der Bevölkerung bekräftigen die Absicht, jetzt erst recht Olympische Spiele hierher zu holen. Im notwendigen Wiederaufbau der zahlreichen zerstörten Sportanlagen wird zugleich eine Chance gesehen. Um eine direkte Hilfe für die zahlreichen betroffenen Sportvereine zu ermöglichen, hat der Landessportbund Sachsen e.V. einen Spendenaufruf veröffentlicht, den unser Förderverein unterstützen möchte. So haben wir beantragte Projektmittel in Höhe von 10.000 Euro für die Beseitigung der Flutschäden zur Verfügung gestellt. Mit dem Spendenaufruf des LSB (siehe Einleger in unserem Heft) geben wir Ihnen weitere Informationen, wie Sie für den Wiederaufbau im sächsischen Sport auch persönlich spenden können. So sollte es gelingen, möglichst bald in allen betroffenen Gebieten wieder ein reges Sporttreiben zu ermöglichen.

Ihre

Dr. Petra Tzschoppe

1. Vorsitzende des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e.V.

 

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