|
.
Mit der feierlichen
Einweihung des restaurierten Gebäudes in der Lützner Straße 11 am 17.
5. 2002 wurde auch das “museum im goetz-haus” in Betrieb
genommen. In den Räumen der 1. Etage präsentiert es derzeit noch die
“Eröffnungsausstellung” vom Mai dieses Jahres, die den Besuchern
einen Überblick über die Geschichte des Hauses und seines markanten
Bewohners gibt. Anhand von chronologischen Übersichten und einigen ausgewählten
Objekten wird – in geraffter Form – das Wirken von Dr. Ferdinand Goetz
als Arzt in Leipzig-Lindenau und ehrenamtlicher Turnfunktionär über die
Grenzen Leipzigs hinaus beleuchtet, wobei sein kommunalpolitisches Wirken
aufgrund der bisherigen Rechercheergebnisse nur sehr knapp dargestellt
werden konnte. Originale Erinnerungsstücke sowie Fotografien der Familie
Goetz sind in einem farblich und gestalterisch der Biedermeierzeit
nachempfundenen Raum zu sehen. Insgesamt können in der Ausstellung etwa
90 Exponate betrachtet werden, wobei die Fahne der Goetz-Riege des Männerturnvereins
zu Leipzig-Lindenau aus der Zeit um 1900 (Leihgabe des
Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums in Freyburg/Unstrut) und ein metallener
Palmenzweig, der 1926 von belgischen Turnern anlässlich der Einweihung
des Goetz-Denkmals niedergelegt worden war, besonders hervorzuheben.
Chroniken und Baupläne sowie weitere Text- und Bildinformationen zur jüngsten
Geschichte des Gebäudes, die die “Rettungsaktion” des vom Verfall
bedrohten und auf Initiative des Vereins Goetz-Haus Leipzig e. V. in rund
zwei Jahren restaurierten Hauses noch einmal Revue passieren lassen, ergänzen
die Schau auf sinnvolle Weise.
|
|
Der Übergangscharakter
dieser ersten Ausstellung ist durchaus gewollt. Er macht neugierig auf
mehr und stimmt den Gast ein auf die derzeit in Arbeit befindliche kleine
Dauerausstellung, die im Frühjahr 2003 in ihrer endgültigen Form präsentiert
werden soll. Geplant sind aber auch Sonderschauen (z. B. demnächst mit
historischen Fotos vom Lindenauer Markt) und Begleitveranstaltungen, die
die Inhalte der ständigen Ausstellung vertiefen und um neue Sichtweisen
bereichern sollen. Doch was wird die neue Expositon zum Gegenstand haben?
Anknüpfend an die erste Schau im “museum im goetz-haus” soll das
Wirken von Dr. Ferdinand Goetz für die deutsche Turnbewegung sowie sein bürgerschaftliches
Engagement in den Stadtteilen
|

Die Eingangszone des "museums
im goetz-haus"
|
|
Lindenau und Plagwitz stärker
herausgearbeitet und ausführlicher dargestellt werden, als dies zur Zeit
der Fall ist. Einige Objekte der jetzigen Ausstellung werden – aufgrund
ihrer Bedeutsamkeit und Einmaligkeit – auch in der neuen wiederzufinden
sein: Das betrifft beispielsweise den Kaufvertrag, den die Deutsche
Turnerschaft 1912 über das Haus in der Lützner Straße 11 abschloss und
den der Mitarbeiter im Sportstättenprojekt des Fördervereins Sächsisches
Sportmuseum Leipzig e. V. Dieter Valentin, passionierter “Jäger und Sammler”
von historischen Ansichtskarten und Zeitdokumenten Leipzigs, wenige Tage
vor der Goetz-Haus-Eröffnung erstanden hatte. Das betrifft aber auch das
mit dem Olympischen Ehrenpokal verliehene Diplom “Coupe Olympique”
(Leihgabe des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums in Freyburg/Unstrut), das das
Internationale Olympische Komitee der Deutschen Turnerschaft 1909 in
Anerkennung ihrer Leistungen für die olympische Bewegung der Neuzeit aushändigte
und das zu jener Zeit bei der DT zwiespältige Gefühle auslöste ... (Wer
mehr darüber erfahren will, sollte ein wenig in Geschichtsbüchern kramen
oder aber den Beitrag von Dr. Andreas Höfer “Ein vollendeter
Widerspruch in sich: Deutsche Turnfeste versus Olympische Spiele” im
Ausstellungsband “SPORT : SCHAU. Deutsche Turnfeste 1860-2002”, S. 50
bis 57 lesen.)
|
|
|
Die zwei Highlights der
"Eröffnungsausstellung": die Fahne der Goetz-Riege des
Männerturnvereins zu
Leipzig-Lindenau (links) und die Ehrengabe der belgischen Turner zur
Einweihung des Gotz-Denkmals.
|
.
Hinzukommen werden zu den vielfältigen
Sachzeugnissen, die die Arzt- und Funktionärstätigkeit von Dr. Ferdinand
Goetz belegen und sich bisher in Familienbesitz befanden, neue Musealien,
die mit Sicherheit viele Interessenten finden werden. So wird in der
Dauerausstellung das Album des “Goetz-Stammtisches” zu sehen sein, über
dessen Entdeckung und Stiftung für das Goetz-Haus die “Leipziger
Volkszeitung” erst jüngst berichtet hatte (“Gastwirt erfreut die
Sporthistoriker-Herzen”. – In: Leipziger Volkszeitung. – Leipzig
108(2002-08-01). – S. 17). Aber auch das Banner des von Dr. Ferdinand
Goetz 1863 mitbegründeten “Turngaus des Leipziger Schlachtfeldes”, über
dessen Weg in das Leipziger Sportmuseum sowohl der LVZ-Artikel “Rentner
ließ vergessene Sport-Geschichte aufpolieren” vom 13. August 2002 als
auch der in diesem Heft abgedruckte Beitrag von Dr. Karl-Heinz Krämer
“Nachträglich – aber noch nicht zu spät. Ehrung am Turner-Grabmal
auf dem Leipziger Südfriedhof” Auskunft gibt, wird der Besucher in der
neuen Schau finden und in Augenschein nehmen können.
|
|

Blick in das
"Biedermeierzimmer", in dem sich auch originale
Möbelstücke aus dem ehemaligen Goetzschen Hausstand befinden.
.
|
Damit
noch weitere Originale die Exposition im Goetz-Haus bereichern,
sind die Mitarbeiter des Sportmuseums Leipzig sowie die Mitglieder
des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V. und des
Vereins Goetz-Haus Leipzig e. V. auf der Suche nach Fotos und
Dokumenten, die Aufschluss über die enge Freundschaft und das
gemeinsamen Wirken von Dr. Ferdinand Goetz und Carl Erdmann Heine
geben können. Jeder, der über solche historischen Quellen verfügt
oder aber über deren Verbleib Auskunft geben kann, ist im
Goetz-Haus jederzeit herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Ihren
Besuch oder Anruf!
Karin
Stöbe
Verein
Goetz-Haus Leipzig e. V.
.
. |
|
|
|
| . |
|