Editorial:  Zum Anliegen des Heftes
Wer schaffen will, muss fröhlich sein - 10 Jahre Förderverein Sächsisches Sportmuseum Leipzig e.V.
Was einst mit dem Krummstab begann - Zur Geschichte des Eishockeysports in Leipzig
Leistungen die ins schwarze treffen - Der Biathlonsport in der Region Altenberg/Zinnwald
Das Ende einer Odyssee - Die Thüringer Wintersportausstellung in Oberhof
Von einem der Auszog, sich selbst zu erfahren - Ralf Brummer im Himalaya
.

.
Liebe Vereinsmitglieder,

liebe Leserinnen und Leser,

der winterlichen Jahreszeit angepasst laden wir mit unserem Schwerpunktthema zu sportlichen Erlebnissen rund um Schnee und Eis ein. Sie können die Spuren Zinnwalder Biathleten und Leipziger Puck-Künstler (gibt es wirklich) zurückverfolgen. Sollten Sie auf Abenteuer aus sein, dann klettern Sie mit auf die vereisten Gipfel des Karakorum; möchten Sie es ruhiger angehen, dann besuchen Sie doch mit uns die Oberhofer Wintersportausstellung ...

So kurz vor Weihnachten sind auch erste Geschenke bereits bei uns eingegangen: Die Suche nach Sponsoren für unsere Publikation im vorigen Heft hatte schon eine erfreuliche Resonanz, die es uns gestattet, das vorliegende Heft um die so finanzierten vier Seiten stärker zu machen. Die Bitte, uns in dieser Form auch künftig die Herausgabe unserer Zeitschrift zu ermöglichen, sei deshalb noch einmal bekräftigt. Allen bisherigen Spendern gilt ein ganz herzlicher Dank!

Der bevorstehende Jahreswechsel ist auch die Zeit der guten Wünsche, der Vorsätze und Absichten. Die Stadt Leipzig möchte im kommenden Jahr für ein besonders großes Vorhaben die Weichen stellen: die Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele im Jahr 2012 oder 2016. Eine ehrgeizige Absicht, die mit Unterstützung der gesamten Region Wirklichkeit werden soll. Bevor im Jahr 2005 vom Internationalen Olympischen Komitee aus der Zahl hochkarätiger Bewerber der Austragungsort für 2012 gewählt wird, heißt es zunächst, auf nationaler Ebene als Kandidat für Deutschland vom NOK nominiert zu werden. In der Konkurrenz mit starken Mitbewerbern – von Hamburg über Frankfurt und das Ruhrgebiet bis Stuttgart – stellt sich zunächst die Frage, was Leipzig im Vergleich mit den anderen deutschen Bewerberstädten auszeichnet. Vor allem aber gilt es zu verdeutlichen, was Leipzig der Olympischen Familie mit der Einladung hierher bieten kann, welche Impulse für die Olympische Bewegung von diesem Ort ausgehen könnten. Welches sind die Potenziale der Stadt, die sich lange Jahre nicht nur Messestadt oder Buchstadt, sondern eben auch Sportstadt nannte und die gerade versucht, sich diesen schmückenden, aber auch verpflichtenden
Beinamen wieder zu verdienen? Befragt nach den Stärken seiner Stadt im Vergleich zu den Mitbewerbern verwies Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee Anfang September im Beisein von NOK-Präsident Prof. Walther Tröger auf die Traditionen des Sports und formulierte kühn: „Die Leipziger haben ein ‚Sportgen‘.“ Wenn auch seit Gregor Mendels Lehre noch nicht hinreichend erkundet wurde, ob solch ein Sportgen dominant oder rezessiv vererbt wird, scheint zumindest klar zu sein, dass zur Ausprägung der genetischen Veranlagung förderliche Bedingungen der sozialen und materiellen Umwelt Voraussetzung sind. Ein pulsierendes sportliches Leben in der Region mit Sportangeboten für alle, mit optimalen Gegebenheiten für Schulsport und Sportvereine, mit flächendeckenden Offerten vom Kinder- bis zum Alterssport gehören dazu ebenso wie exzellente Spitzensport­veranstaltungen vor vollen Rängen. Vorbedingung für eine erfolgreiche Olym-piabewerbung ist eine kontinuierliche Beachtung aller Bereiche des Sports, nicht zuletzt des Behindertensports, denn die Paralympics sind integrales Element der Ausrichtung. Diese Kriterien zu erfüllen ist Pflichtaufgabe für jeden Anwärter. Sich darüber hinaus mit Besonderheiten zu präsentieren ist die Kür.

Die persönliche Abstammung wird meist mit Erinnerungsstücken, etwa alten Fotoalben, dokumentiert und für die eigenen Nachkommen aufbewahrt und liebem Besuch auch gern gezeigt. Wie verhält sich das nun mit dem Erbgut einer Stadt, wie bewahrt sie z. B. ihre sportliche Hinterlassenschaft? Den Sportnachlass nicht nur aufzuheben und für die folgenden Generationen zu erhalten, sondern sich wissenschaftlich damit auseinanderzusetzen, leistet in dieser Stadt das Sportmuseum. Angesichts der kühnen Ambitionen Leipzigs ist – um über Traditionen nicht nur zu reden, sondern sie für Gäste auch zu veranschaulichen – eine Dauerausstellung dringender denn je.  

Einen „Vorlauf“, um ins Olympiafinale zu kommen, absolviert Leipzig bereits zu Pfingsten 2002 mit dem Turnfest. Für immerhin 100.000 erwartete Gäste sind gekonnte Organisation und Gastfreundschaft unter Beweis zu stellen. Das Programm enthält weit mehr als sportliche Aktivitäten. Leipzig wird sich unter dem Motto „Neues entdecken“ als Ort der Begegnung präsentieren. Entdeckungen werden auch zur Geschichte des Turnens, seiner Organisation und der Turnfeste möglich sein. Das Goetz-Haus ist dann mit einer kleinen Exposition erstmals für Besucher zugänglich. Und im Alten Rathaus zeigt das Sportmuseum von Mai bis September mit der Turnfestausstellung eine Exposition, die derzeit von den Mitarbeiterinnen mit enormem Engagement erarbeitet wird. Eröffnung wird am 14. Mai 2002, 18.00 Uhr sein.

Ihre
 
Dr. Petra Tzschoppe

1. Vorsitzende des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V.

..

zurück zur Homepage nach oben   1 Seite weiter