Editorial
Mit der Planche auf Du und Du      Der Förderverein bei der Fecht-Weltmeisterschaft in Leipzig
Vom Vater die Ohrfeige, vom Großvater den Beistand    Fechter, Trainer, Vereinsmitglied Dieter Athenstedt
Kämpfen wie die Marx Brothers ...    Zu den Wurzeln des modernen Fechtsports.
Kleine Waffenkunde
Ein Leben für die Sportwissenschaft Hermann Altrock wurde vor 80 Jahren erster Sportprofessor Deutschlands
Sport war ihr Lebenselexier: Elisabeth Dinges-Benedix (geboren am 21. 6. 1907, gestorben am 16. 12. 2005)




Liebe Vereinsmitglieder,
sehr geehrte Freunde des Leipziger Sportmuseums,

der Jahreswechsel 2005/2006 ist vollzogen, und wohl alle an der Entwicklung von Museum und Verein Interessierten werden neugierig nach den Fortschritten fragen, die seit Erscheinen des letzten Heftes von „Sportmuseum aktuell“ in Sachen Museumsumzug zu verzeichnen sind. Leider hat sich in den zurück- liegenden Wochen – bedingt auch durch den Weggang des Oberbürgermeisters Wolfgang Tiefensee und des Beigeordneten für Stadtentwicklung und Bau Dr. Engelbert Lütke Daldrup nach Berlin – weniger getan, als wir erwartet hatten. Aber zum Stillstand gekommen ist das Bemühen, dem Sportmuseum in der Nordtribüne und im ehemaligen Kassenflügel des Leipziger Schwimmstadions ein neues Zuhause zu geben, nicht. Auf zahlreichen Ebenen werden derzeit Bau- und Finanzierungsmöglichkeiten geprüft, und viele Entscheidungsträger machen

sich Gedanken um die Lösung des Problems. Noch können wir nicht über konkrete Beschlüsse berichten, aber spätestens auf unserer nächsten Mitglie­derversammlung, die übrigens am Samstag, dem 1. April 2006, ab 10.00 Uhr im Restau­rant des Goetz-Hauses, Lützner Straße 11, 04177 Leipzig stattfinden wird, werden wir mit Sicherheit Neuigkeiten verkünden können.
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Wie kann sich der Vorstand und wie können sich die Vereinsmitglieder in diesen Prozess einbringen? Womit können sie zu einer positiven Entwicklung der Angelegenheit beitragen? Sie können uns mit Hinweisen und Kontaktvermittlungen helfen, mögliche Spender und Sponsoren zu finden, die bereit sind, sich mit Geld- und Sachleistungen am Großprojekt „Sportmuseum Leipzig“ zu beteiligen. Sie können Gleichgesinnte für eine Mitgliedschaft im Verein gewinnen und damit unser Kräftepotenzial erhöhen. Sie können durch eine öffentliche „Pro Museum“-Haltung dafür sorgen, dass das Sportmuseum Leipzig seinen Platz in der Leipziger Museumslandschaft ausbauen und für die Zukunft sichern kann.

So wichtig die Frage nach dem künftigen Standort des Sportmuseums Leipzig auch ist, gegenwärtig bestimmt ein anderes Großprojekt den Arbeitsalltag: die Sonderausstellung „Herr der Regeln. Der Fußball-Referee“, die das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig – unter in­haltlicher Federführung des Leipziger Sportmuseums – anlässlich der FIFA WM 2006TM in Deutschland vorbereitet. Bis zur Eröffnung der Schau am 3. 3. 2006 sind nur noch wenige Wochen Zeit, und dementsprechend angespannt ist die Arbeitsatmosphäre in den Räumen Am Sportforum 10. Dass der Vorstand und einige Mitglieder unseres Fördervereins aktiv an der Bewältigung der anstehenden Aufgaben mitwirkten, versteht sich von selbst, jedoch ist dies – gemessen am Gesamtumfang – nur ein Bruchteil des Ganzen: Jörg Krusche recherchierte zu einem Teilthema der Exposition, Ursula Gundlach, Annett Schimmel und Prof. Dr. Günter Witt schrieben einen Beitrag für das Ausstellungsbegleitbuch, Werner Fritz unterstützte das Projekt mit Fotoarbeiten, und Sabine Schmidt half bei der Inventarisierung von Sammlungs- und Ausstellungsstücken. Diese Liste ist aber noch längst nicht vollständig. Bedenkt man, dass Vorstandsmitglied Franz-Josef Hauer vor Beginn seiner AB-Maßnahme bereits ehren­amtlich an der Erarbeitung des Ausstellungskonzeptes mitgewirkt und den Museumsmit­arbeitern den Weg für eine umfängliche Schiedsrichterbefragung geebnet hat und dass unser Verein die Ausgabe 2/3 2005 von „Sportmuseum aktuell“ nahezu komplett der Vorbereitung der Schiedsrichter-Schau gewidmet hat, wird der Anteil des Vereins am Gelingen des Projekts deutlicher. Nun bleibt uns nur, Dr. Gerlinde Rohr, Wolfgang Metz und allen anderen an der Exposition Mitwirkenden für den Endspurt beste Kondition und natürlich viel Erfolg zu wünschen.

Doch nun zum vorliegenden Heft unserer Zeitschrift: Es beweist erneut, dass in den Reihen unserer Vereinsmitglieder ein Fachpotenzial ruht, das bisher viel zu wenig zum Tragen ge­kommen ist. Der Bericht über die erfolgreiche Vereinspräsentation während der Fecht-Welt­meisterschaft 2005 in Leipzig, der Exkurs zu den historischen Wurzeln des modernen Fecht­sports und das Porträt der Leipziger Fechtsportlegende Dieter Athenstedt spiegeln ein Wissen und Können wider, das museal aufbewahrt und erschlossen werden sollte. Unsere Publikation ist ein erster Schritt dazu. Auch der unter der Rubrik „Jubiläen“ veröffentliche Beitrag von Vereinsmitglied Dr. Hans-Jörg Kirste belegt ein Stück Sportgeschichte: Er berichtet über den ersten Sportprofessor Deutschlands Hermann Altrock, der im Oktober 1925 an die Universität Leipzig berufen wurde und damit einen Markstein in der Entwicklung der Leipziger Sport­wissenschaft setzte.

Ergänzend zum beiliegenden Neujahrsgruß möchte ich allen Lesern von „Sportmuseum aktu­ell“ ein friedvolles, glückliches und erfolgreiches Jahr 2006 wünschen und auf eine weitere gute Zusammenarbeit zum Wohle von Museum und Verein hoffen.



Dr. Manfred Merkel

1. Vorsitzender des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V.

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