| Editorial |
| Mit
der Planche auf Du und Du
Der Förderverein bei der Fecht-Weltmeisterschaft in Leipzig |
| Vom
Vater die Ohrfeige, vom Großvater den Beistand
Fechter, Trainer, Vereinsmitglied Dieter Athenstedt |
| Kämpfen
wie die Marx Brothers ...
Zu den Wurzeln des modernen Fechtsports. |
| Kleine
Waffenkunde |
| Ein
Leben für die Sportwissenschaft Hermann
Altrock wurde vor 80 Jahren erster
Sportprofessor Deutschlands |
| Sport
war ihr Lebenselexier: Elisabeth Dinges-Benedix
(geboren
am 21. 6. 1907, gestorben am 16. 12. 2005)
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Sport
war ihr Lebenselexier: Elisabeth Dinges-Benedix
geboren
am 21. 6. 1907, gestorben am 16. 12. 2005
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| Im nächsten Jahr
hätte sie ihren 100. Geburtstag feiern können, und manche hatten sogar schon
damit geliebäugelt, das modernisierte Leipziger Zentralstadion für dieses große
Ereignis anmieten zu wollen (siehe Heft 2/3 1997 von „Sportmuseum
aktuell“), doch nun ist es still geworden um die einst so vitale Frau: Am 16.
Dezember 2005 verstarb, im 99. Lebensjahr stehend, das Ehrenmitglied unseres Fördervereins
Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V. Elisabeth Dinges-Benedix.
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Elisabeth Dinges-Benedix auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins
2003
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Das Sportmuseum
Leipzig und sein Förderverein verlieren mit ihr einen Menschen, der in seinem
Leben aufs Engste mit dem Sport verbunden war und bis ins hohe Alter Anteil nahm
an den Geschehnissen in Politik und Gesellschaft. Solange es ihre Gesundheit
erlaubte, trat sie aktiv für die Belange von Museum und Verein ein und sorgte
dafür, dass Sportgeschichte lebendig bleibt.
Als Tochter des Arbeitersportlers und -funktionärs Georg Benedix, der u. a. die
Bundesschule des Arbeiter- Turn- und Sportbundes in Leipzig leitete, kam sie
schon frühzeitig mit Turnen und Sport in Berührung: Schon mit vier Jahren ließ
ihr Vater sie bei einer Veranstaltung seines Turnvereins, der Freien
Turnerschaft Südost, eine Keulenübung vorführen – für die Tochter war dies
der Anfang einer lebenslangen sportlichen Betätigung. 1922 bestand Elisabeth
ihre Vorturnerinnenprüfung und nahm am 1. Deutschen Arbeiter-Turn- und
Sportfest in Leipzig teil. Dem dort erzielten 3. Platz im Gerätturnen-Siebenkampf
folgten bis 1933 zahlreiche Siege und Platzierungen bei nationalen und
internationalen Wettkämpfen des Arbeitersports. Die Machtübernahme der
Nationalsozialisten und der II. Weltkrieg setzten dem Vereinssport zunächst ein
Ende, aber Elisabeth, für die der Sport inzwischen zu einem Lebenselexier
geworden war, hielt sich durch ein individuelles Übungs- programm fit und
leistungsfähig. Nach Kriegsende half sie in ihrem Stadtgebiet Leipzig-Mockau
beim Aufbau des kommunalen Sports, gewann Kinder und Jugendliche für das
Sporttreiben und beteiligte sich in den 40er und 50er Jahren als Noch-Aktive an
sportlichen Massenübungen bei DDR-Großveranstaltungen.
Auch beruflich startete die gelernte Kaufmannsgehilfin, die nach ihrer Lehrzeit
zahlreiche Berufserfahrungen als Sekretärin, Kauffrau und Mitarbeiterin in
einem Steuerbüro gesammelt hatte, noch einmal durch: Neben ihrer Sekretärinnenarbeit
in der Lehrwerkstatt der Gutenbergschule Leipzig absolvierte sie ein betriebs-
wirtschaftliches Fernstudium und erwarb mit 52 Jahren (!) den akademischen Grad
einer „Diplom-Ökonomin“. Bis 1977 war sie schließlich als
Hauptbuchhalterin in einem Leipziger Kombinat der Pelzbranche tätig.
Die jung gebliebene und energiegeladene Frau gehörte 1991 zu den Gründungsmitgliedern
des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V. und setzte von diesem
Zeitpunkt an ihre ganze Kraft dafür ein, dem in seiner Existenz bedrohten
Sportmuseum eine Zukunft in der Stadt Leipzig zu geben. Engagiert brachte sie
sich in die Vorbereitung und Durchführung der 1. Tagung der Fördervereine
sportmusealer Einrichtungen Deutschlands 1996 in Leipzig sowie der ab 1997
veranstalteten „Tage der offenen Tür“ im Museum ein. Aber auch
„zwischendurch“ ließ sich Elisabeth immer wieder in der Einrichtung sehen
und half beim Inventarisieren von sporthistorischen Sachzeugen. Das letzte Mal
konnten sie die Museumsmitarbeiter und Vereinsmitglieder zur
Jahreshauptversammlung des Fördervereins am 12. April 2003 im Goetz-Haus
Leipzig in Aktion erleben, bevor sie – aus gesundheitlichen Gründen – aus
Leipzig fortzog und sich in die Obhut einer Kappelner Seniorenresidenz im
Wohnumfeld ihres Sohnes begab.
Der Vorstand des Fördervereins Sächsisches Sportmuseum Leipzig e. V. und die
Mitarbeiter des Sport- museums Leipzig sprechen dem Sohn Dr. Horst Keil und der
Schwiegertochter Anne Keil, der Familie Häuber aus Leipzig sowie allen der
Verstorbenen Nahestehenden ihr tiefempfundenes Beileid aus. Wir werden unserer
Sport- und Vereinsfreundin Elisabeth Dinges-Benedix ein ehrendes Andenken
bewahren und ganz in ihrem Sinne handeln, wenn wir die Dokumente und Fotos aus
ihrem Leben und Wirken für spätere Generationen aufbewahren.
Der Vorstand
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