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Eine Rückschau auf die Geschichte der Feste vermittelt eindrucksvoll
das Bild bereitwilliger Mitwirkung
von Architekten, Malern, Komponisten,
Dichtern, Schauspielern, Tänzern und anderen Künstlern bei allen
Festen. Sie schufen Bauten und Plätze für die Veranstaltungen, Tänze
und Musikstücke, Gedichte und Lieder, Plakate und Festschriften,
Plaketten und Medaillen, Kostüme und Souvenirs, sie gestalteten die
Festspiele und Festumzüge, die Konzerte und geselligen Treffen der
Turner sowie gastgebenden Bürger
der jeweiligen Feststadt. Dafür gibt
es viele interessante Beispiele.
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So
wurde in der Schilderung des 3. allgemeinen Deutschen Turnfestes in
Leipzig 1863 hervorgehoben: „Die bildende Kunst beteiligte sich an der
Ausschmückung der Festhalle“ Deutscher
Turner-Bund 1987, S. 97), überraschte das Publikum mit einem großen
Angebot verschiedener Kleinplastiken, darunter Turnvater Jahn
ganzfigurig und als Büste. Und so wird in der Festzeitung für das VI.
Deutsche Turnfest in Dresden 1885 das bemerkenswerte Musikprogramm gewürdigt,
von den neuen Kompositionen zu diesem Anlass bis zu den anspruchsvollen
Konzertveranstaltungen in der Festhalle Deutscher
Turner-Bund 1987, S. 112). Auch das 11. Deutsche Turnfest in
Frankfurt/Main 1908 wartete mit einem Höhepunkt auf, als in der neuen
großen Halle ein Festkonzert gegeben wurde Deutscher
Turner-Bund 1987, S. 153). Zum
Programm des 13. Deutschen Turnfestes 1923 in München zählte eine
Turn- und Sportausstellung in einem der sechs neuen Glaspaläste, die in
einem Ausstellungspark rings um die Bavaria in einem offenen Halbkreis
errichtet wurden und die man als „ein Kleinod gärtnerischer und
baulicher Kunst“ bewunderte. Hier wurde auch das für diese Großveranstaltung
komponierte „Vaterländische Festspiel ‘Frisch auf, mein Volk’“
aufgeführt Deutscher
Turner-Bund 1987, S. 175 ff.).
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Titelseite des Programmheftes
zum Festspiel
"Heil Dir, Germania",
Deutsches Turnfest Hamburg 1898
Universität Leipzig
Sportwissenschaftliche Fakultät |
| Verfolgt
man die Chronik aller Deutschen Turnfeste mit Blick auf solche
Programme, so ist ihnen ein Kennzeichen gemeinsam: die Präsenz der
Künste. Aber zugleich werden nicht nur Unterschiede im jeweiligen
Aufwand für künstlerische Beiträge und in der Wahl der
künstlerischen Ausdrucksformen deutlich. Da die künstlerische
Gestaltung der Deutschen Turnfeste sich thematisch keinesfalls auf die
Widerspiegelung des Turnens beschränkte, stellen ihre erhaltenen und
museal aufbewahrten Werke aller Gebiete der Kunst aus heutiger Sicht
höchst bemerkenswerte Zeugnisse der stilistischen Auffassungen und des
ästhetischen Geschmacks der jeweiligen Zeitepoche dar. Zum anderen ist
aus ihnen auch unübersehbar der Zeitgeist abzulesen, der im deutschen
Kaiserreich, in der Weimarer Republik oder im nationalsozialistischen
Deutschland herrschte. Es ging also nicht nur um punktuelle
künstlerische Aktivitäten, etwa darum, das visuelle Erscheinungsbild
von Räumen, Festumzügen und Veranstaltungen ästhetisch attraktiv zu
gestalten, sondern auch darum, vorherrschende politische und
sportpolitische Ziele und Wertvorstellungen zu vermitteln.
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Erinnerungstafel
der Deutschen Turnerschaft
für die Feststadt Hamburg,
ausgeführt vom Leipziger Künstler
Prof. Carl Seffner 1898 |

Bronzeplastik, Geschenk
des Deutschen Turner-Bundes
an die Stadt Essen 1963
geschaffen vom Essener
Bildhauer Wamper |

Gemälde "Sieger"
von Peter Schnürpel 1974
Ausstellung "Kunst- und Sport"
anlässlich des VI: Turn- und
Sportfestes Leipzig 1977 |
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Auch in der Zeit nach dem II. Weltkrieg hatte der Beitrag der Künste
sowohl zu den Deutschen Turnfesten in der Bundesrepublik Deutschland als
auch zu den Turn- und Sportfesten der Deutschen Demokratischen Republik
diese Erwartung zu erfüllen. Allerdings lässt die fortschreitende
Entwicklung bis zu den Turnfesten und anderen Großveranstaltungen des
Sport in den letzten Jahrzehnten eine zunehmende Differenzierung in der
Haltung von Künstlern zum Sport erkennen.
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Die
Aufträge, ein Turnfest auf vielfältige Weise künstlerisch-ästhetisch
mitgestalten zu helfen, wurden – wie Willi
Tröger in einer vergleichbaren Wahrnehmung zu Olympischen
Spielen feststellte – zwar „vom Sport angestoßen“, aber dann
„von Künstlern kongenial und eigenständig umgesetzt“, so dass ihr
Beitrag zum Leitbild wurde. Solche Folgen hatten „die vielen Aufträge
an Maler, Bildhauer, andere bildende Künstler oder Musiker, mit neuen
Ideen dem sportlichen Fest einen Rahmen zu geben, der gerade dem Sport
zusätzlichen Sinn verleiht, den Sport, die Aktiven und die Zuschauenden
in eine bereichernde Dimension entführt“ (Tröger
1998, S. 50).
.
In der Bundesrepublik dominierte in den
ersten Jahren die abstrakte, gegenstandsfreie Kunst, sie folgte später
den jeweiligen Trends in der Kunst der Moderne, wie der sich aus den USA
verbreitenden Pop-Art-Strömung, orientierte sich aber auch an dem Erbe
des deutschen Avantgardismus aus der Zeit der Weimarer Republik. So war
die Ausstellung der Galerie der Stadt Tübingen anlässlich des
Deutschen Turnfestes in Stuttgart 1973 „Sport und Spiel. Zeichnungen
von Baumeister, Schlemmer, Wörn“ zweifellos eine eindrucksvolle Würdigung
dieses kostbaren bildkünstlerischen Erbes. Die Stadt Stuttgart leistete
einen wertvollen Beitrag mit der Ausstellung „Geschichte der Deutschen
Turnbewegung“. Das Deutsche Turnfest in Frankfurt/Main 1983 bot den
Teilnehmern und Besuchern sogar vier Ausstellungen: „Deutsche
Turnfeste im Wandel der Zeiten“, „Turner im Kampf um Einheit und
Freiheit 1848/49“, „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei – lustig ist
die Turnerei“ und „Deutsches Turnfest 1889 – Deutsches Turnfest
1983. Ein Jahrhundert Turnerinnen und Turnerinnen-Kleidung. Vom Modebild
bis Aerobic“. Auch die beiden Deutschen Turnfeste in Berlin (1968 und
1987) widmeten sich in Ausstellungen der Geschichte dieser Feste. In
allen genannten Expositionen waren auch Werke präsent, die
charakteristisch für die bildende Kunst in den jeweiligen historischen
Epochen waren, noch mehr dokumentierten dies allerdings Erzeugnisse der
angewandten Kunst. Die Anwesenheit künstlerischer Abbilder der Realität
des Sports war die seltene Ausnahme. Das Interesse der bildenden Künstler
der Bundesrepublik widerspiegelte sich indessen – in Abwesenheit von
den Deutschen Turnfesten – in Figuren, in körperlicher Bewegtheit, ob
im Sport, im Alltag oder in der Artistik. Diese künstlerische Sicht-
und Gestaltungsweise stand über viele Jahre im diametralen Gegensatz
zur bildenden Kunst in der DDR. Erst in der 70er Jahren wurde eine
Tendenz der beiderseitigen Annäherung sichtbar.
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Übersichtsskizze der 1. Deutschen
Sportausstellung 1938 Breslau
Amtlicher Führer durch die Erste Deutsche Sport-Ausstellung Breslau
1938.
20. Juli bis 7. August im Poelzigbau an der Jahrhunderthalle
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Da
das Deutsche Turnfest des Jahres 2002 in Leipzig stattfindet, in jener
Stadt, die Gastgeber aller acht Turn- und Sportfeste der DDR war, könnten
bestimmte Wahrnehmungen und Erfahrungen in diesem Wandlungsprozess,
exemplarisch auf die Ausstellungen „Kunst und Sport“ bezogen,
vielleicht von Interesse sein. Alle Komponenten der Turn- und Sportfeste
seit 1954, vom visuellen Erscheinungsbild der Stadt über die
Sportschauvorführungen, die Eröffnungs- und Abschlussfeiern und den
Festzug bis zu den vielen kulturellen Veranstaltungen, wiesen die
Handschrift unzähliger Künstler aller Gattungen auf.
Während
des II. Deutschen Turn- und Sportfestes 1956 wurde erstmals eine Auswahl
von Werken der Malerei, Grafik und Plastik zum Thema Sport in einer
Ausstellung gezeigt. Das allgemeine Interesse ermutigte zu
systematischen Schritten in Richtung auf die Förderung von bildkünstlerischen
Neuschöpfungen. Schon das Konzept für das IV. Turn- und Sportfest 1963
und dessen Realisierung lassen erkennen, wie sehr dabei die
inspirierenden Ideen des Schöpfers der Olympischen Spiele, Pierre
de Coubertin, eine „Hochzeit von Muskel und Geist“, also eine
Verbindung von Kunst und Sport anzustreben und den Sport als
„Gelegenheit und Auftraggeber für die Kunst“ zu verstehen, zur
geistigen Schubkraft aller Bestrebungen auf diesem Gebiet wurden (Coubertin
o. J., S. 86).
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Da auch die besten Ideen sich nicht im Selbstlauf in
Realitäten wandeln, bemühten sich die Verantwortlichen der
Sportorganisation (DTSB) um eine enge Zusammenarbeit mit den
Institutionen und Verbänden der Kunst. Im Vorfeld der Feste fanden
jeweils die Gespräche „Kunst und Sport“ mit Vertretern aller
Kunstgattungen statt, wurden Aufrufe zur Mitarbeit der Künstler veröffentlicht,
ein Kunstwettbewerb ausgeschrieben und ein Kunstpreis gestiftet. Die
geistige Anregung der Künstler in Verbindung mit solchen praktischen
Formen der Zusammenarbeit trug ihre Früchte. Das widerspiegelte sich
besonders signifikant in neuen Werken der Malerei, Grafik und Plastik,
die später noch durch Arbeiten der angewandten Kunst, der Fotografie
und der Laienkunst ergänzt wurden. Sie wurden in den Ausstellungen
„Kunst und Sport“ gezeigt, erstmalig 1963. Gemeinsam mit 82
Kunstwerken einer Auswahl „Von der Antike bis zur Gegenwart“ konnten
314 neu geschaffene und eingesandte Werke von Malern, Grafikern und
Bildhauern präsentiert werden. Diese über alle Erwartungen hohe
Beteiligung steigerte sich noch bei den späteren Expositionen.
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Spartakiadeteilnehmer
besuchen die Ausstellung "Kunst und Sport"
im Museum der bildenden Künste in Leipzig 1987 |
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Das erfreuliche Angebot der bildenden Kunst trug allerdings auch
deutliche Spuren jener Zeit. Sie wurden nicht nur durch die
schmerzlichen Nachwirkungen des Kahlschlags der Nazikulturpolitik gegen
die moderne deutsche Kunst der 20er Jahre markiert, deren Kontinuität
durch die Vernichtung unzähliger Kunstwerke und die Vertreibung
bedeutender Künstler aus Deutschland brutal abgebrochen wurde.
Empfindlichen Schaden richtete auch die unsägliche
Formalismus-Diskussion Anfang der 50er Jahre an, die in äußerster Schärfe
die „spätbürgerliche Dekadenz“, den „Avantgardismus“ und „Kosmopolitismus“
in der Kunst attackierte. Das verletzte direkt betroffene Künstler
zutiefst, irritierte aber auch eine ganze Künstlergeneration und
isolierte sie von der Kommunikation mit der Weltkunstentwicklung.
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Auch die Bestrebungen der offiziellen
Kulturpolitik der DDR, den „sozialistischen Realismus“ im plattesten
dogmatischen Verständnis und manchmal mit grotesken Forderungen
durchzusetzen, hinterließen Spuren in der bildenden Kunst, die in den
ersten Ausstellungen „Kunst und Sport“ nicht zu übersehen waren.
Aber spätestens mit Beginn der 70er Jahre bildete sich zunehmend ein
neues Selbstverständnis der bildenden Künstler heraus, das zur
Besinnung auf echte Traditionen und zu Innovationen führte sowie nach
Weltoffenheit strebte. Es entstanden Werke, die eine subjektive,
differenzierende Sicht der Maler, Grafiker, Bildhauer und Fotografen auf
die sie umgebende Umwelt artikulierten, den Sport eingeschlossen. Die
Ausstellungen „Kunst und Sport“ anlässlich der Turn- und Sportfeste
1969, 1977, 1983 und 1987 beeindruckten durch die wachsende Vielfalt an
gewählten Themen und an individuellen künstlerischen Handschriften wie
auch durch die Freude am bildkünstlerischen Experiment.
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Vielfalt bedeutete in diesen
Ausstellungen auch das Nebeneinander von – allerdings wenigen – bloßen
Abbildern der Realität des Sports und von gewollten Vorbildern, auch
von verklärenden Wunschbildern und vermeintlichen Zerrbildern zum Thema
Sport. Entscheidend aber war, dass die Werke der bildenden Künstler
jener Jahre Fragen nach dem Sinn des Lebens stellten, auch nach dem Sinn
des Sports, vor allem des Hochleistungssports in allen seinen Aspekten
und oft in bildkünstlerischen Metaphern. Sie waren in hohem Maße
geeignet, die Besucher der Ausstellungen zum Dialog mit dem Kunstwerk
geistig anzuregen.
.
Das Konzept, das aus dem Gespräch
„Kunst und Sport“ 1962 entstand und das durch die genannten
systematischen Schritte realisiert wurde, hat sich ohne Zweifel bewährt.
Aber diese Feststellung bedarf der Ergänzung durch eine wesentliche
Erfahrung. Klangvolle Aufrufe an Künstler zur Mitgestaltung der Feste
und zur Schöpfung von neuen Kunstwerken zum Thema Sport, effektives
Management zur Realisierung von Kooperation mit Institutionen und Verbänden,
von künstlerischen Wettbewerben, Kunstausstellungen und Kunstpreisen
etc. reichen allein nicht aus, um zum Ziel zu kommen.
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Plastik "Mädchen mit Reifen" von
Eberhard Roßdeutscher, 1965
Ausstellung "Kunst und Sport" zum V. Deutschen Turn- und
Sportfest der DDR Leipzig 1969 |
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Vielfalt bedeutete in diesen Ausstellungen auch das Nebeneinander von
– allerdings wenigen – bloßen Abbildern der Realität des Sports
und von gewollten Vorbildern, auch von verklärenden Wunschbildern und
vermeintlichen Zerrbildern zum Thema Sport. Entscheidend aber war, dass
die Werke der bildenden Künstler jener Jahre Fragen nach dem Sinn des
Lebens stellten, auch nach dem Sinn des Sports, vor allem des
Hochleistungssports in allen seinen Aspekten und oft in bildkünstlerischen
Metaphern. Sie waren in hohem Maße geeignet, die Besucher der
Ausstellungen zum Dialog mit dem Kunstwerk geistig anzuregen.
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Das Konzept, das aus dem Gespräch
„Kunst und Sport“ 1962 entstand und das durch die genannten
systematischen Schritte realisiert wurde, hat sich ohne Zweifel bewährt.
Aber diese Feststellung bedarf der Ergänzung durch eine wesentliche
Erfahrung. Klangvolle Aufrufe an Künstler zur Mitgestaltung der Feste
und zur Schöpfung von neuen Kunstwerken zum Thema Sport, effektives
Management zur Realisierung von Kooperation mit Institutionen und Verbänden,
von künstlerischen Wettbewerben, Kunstausstellungen und Kunstpreisen
etc. reichen allein nicht aus, um zum Ziel zu kommen.
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Gemälde "Cours de la Paix" von
Helmut Feliks Büttner, 1986
Ausstellung "Kunst und Sport" zum VIII. Turn- und Sportfest
der DDR Leipzig 1987 |
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Die Atmosphäre, die das Entstehen
von Kunst erzeugen hilft, ist von alles entscheidender Bedeutung. Sie
kann nur durch enge persönliche Kontakte zwischen den Veranstaltern der
Feste und den Künstlern entstehen, denn nur auf diese Weise werden
feinfühlige Beobachtungen und offenherzige Erörterungen künstlerischer
Ideenfindungen und Schaffensprozesse möglich. Nur so entsteht eine
verständnis- und anspruchsvolle Partnerschaft, die von gegenseitiger
Achtung und Anerkennung getragen wird und die gemeinsam auch künstlerische
Innovationen gegenüber allgemeinem Unverständnis verteidigt. Kurz
gesagt: Der Schlüssel zum Erfolg ist eine geistige Verbundenheit, die
jene Atmosphäre schafft, die das Entstehen von Kunst begünstigt.
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Bei allen Unterschieden in den
Erfahrungen, die in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR im
Zusammenwirken von Kunst und Sport generell und bei den Turnfesten
speziell gewonnen wurden, ist eines gemeinsam: „Bei aller
gegenseitigen Sympathie“ zwischen Kunst und Sport handelt es sich
„um eine zerbrechliche Allianz“ (Tröger
1998, S. 50). Die Pflege dieser Beziehungen zur Förderung künstlerischer
Kreativität bedarf deshalb in ganz besonderem Maße der Sensibilität
wie auch der Nachhaltigkeit in der Gewinnung und Förderung des künstlerischen
Potentials unseres Landes.
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Wenn
also die Präsenz der Kunst immer ein Kennzeichen der Deutschen
Turnfeste von ihren Anfängen 1860 bis zur Gegenwart – bei allen
Unterschieden im Hinblick auf die jeweiligen Ausdrucksformen und den
Aufwand – war, so sollte die Erinnerung an diese kostbare Tradition
immer wieder zur erneuten Motivation werden, die besten Erfahrungen im
Zusammenwirken von Kunst und Sport zu bündeln, um sie auch bei künftigen
Festen wirksam werden zu lassen.
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Literatur
Coubertin, P.: Olympische
Erinnerungen. – Berlin, o. J
Deutscher Turner-Bund (Hrsg.): Deutsche Turnfeste – Spiegelbild der
Deutschen Turnbewegung. – Wiesbaden, 1987
Krampe, W.: Beiträge zu einer
Aesthetik des Turnens. – In: Deutsche Turn-Zeitung. Blätter für die
Angelegenheiten des gesamten Turnwesens. – Leipzig 30(1885)14. – S.
...-...
Tröger,
W.: Olympische Solidarität ist eine Geisteshaltung. Zur Gründung der
Willi-Daume-Stiftung. – In: Olympisches Feuer. – Frankfurt/Main
48(1998)5. – S. 47-50
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Prof.
Dr. Günter Witt (Leipzig)
geb. 1925 in Stralsund;
1953-1955 Studium der Gesellschaftswissenschaften;
Abschluss als Diplomgesellschaftswissenschaftler;
1965 Promotion und 1980 Habilitation an der Philologischen Fakultät der
Universität Leipzig;
ab 1976 Tätigkeit als Hochschullehrer an der Deutschen Hochschule für
Körperkultur Leipzig;
1982 Professur;
1990 Versetzung in den Ruhestand
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