Ausstellung  Deutsche Turnfeste  1860 - 2002
15. 05.  - 29. 09. 2002   Altes Rathaus   Geöffnet  Die - So, Feiertage von 10 - 18 Uhr
    Komplex 2:   Von der Hasenheide bis Coburg
  18. Oktober 1814: Gedenkfeiern erinnern in Deutschland an den Jahrestag der Völker- schlacht von 1813. Gewürdigt wird die „Leipziger Rettungsschlacht“ auch in Turngesell- schaften, deren nationales Zentrum unter Leitung Friedrich Ludwig Jahns von 1811 bis 1819 in der Berliner Hasenheide entsteht. Das Gedenken von 1814 ist zugleich die Geburtsstunde der deutschen Turnfestbewegung.
 
 
Neben Jahn gehört Ernst Moritz Arndt zu den Publizisten, die am Beginn des 19. Jahrhunderts den Nationalerziehungs- und Volksfestgedanken weiterentwickeln. Vor dem Hintergrund der Verhält- nisse ihrer Zeit charakterisieren sie Inhalt und Form künftiger deutscher Nationalfeste. Jahns Volksfest- Verständnis entspricht es, für die Abläufe und Rituale Schlichtheit, Würde und Geschmack zu fordern. Der Turnfestanlass soll stets eine Zäsur der deutschen Geschichte, ein patriotischer Gedenktag sein. Zentraler Programmpunkt sind die Leibesübungen als wichtiges Erziehungsmittel. Umgesetzt werden diese Ideen bei vielen lokalen und regionalen Turntagen und -festen bis 1819. Öffentlich demonstrieren Turner ihr Können bei volkstümlich angelegten Festen mit definiertem Ablauf.
 
 
 
 
 
  Eine neue Qualität erhalten die Feste nach 1842. Die Turnbewegung erfasst alle deutschen Staaten, zahlreiche Vereine werden gegründet, das öffentliche Interesse wächst. Geprägt sind die Feste weiterhin von bewährten Grundelementen wie Empfang, Festzug, Reden, Gesang und Turnvorführungen. Dauer und Verlauf variieren jedoch, bedingt durch steigende Teilnehmerzahlen und erweiterte Programme. Auch als Plattform für politische Äußerung gewinnen die Feste an Bedeutung und Anziehungskraft. Das bringt ihnen wiederholt den Argwohn staatlicher Behörden ein – von der Überwachung bis zu Verboten.
 
 
 
"Turnfest zu Heilbronn,
3. August 1846"
Stahlstich, Theodor Reusche in:
Fest-Album zur Erinnerung an das
Turnfest zu Heilbronn, den 1. bis 4.
August 1846. Aus Auftrag der Turn-
gemeinde zu Heilbronn herausge-
geben von Rudolf Flaigg, Heilbronn,
1846, 32 S.

Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum Freyburg

Mitte des 19. Jahrhunderts sind Deutschlands Turner eine prägende Kraft der nationalre- volutionären Einheitsbewegung. Trotz fehlender Dachorganisation gelingt es, Turner „aller deutschen Stämme“ zum „1. deutschen Turn- und Jugendfest“ in Coburg zu versammeln. Mit ihm beginnt die Ära Deutscher Turnfeste: zum 45. Jahrestag der Schlacht bei Waterloo, am 18. Juni 1860.

Im Sinne eines Prologes veranschaulichen grafische Blätter, Festberichte, Erinnerungsschriften und andere Dokumente aus dem Zeitraum 1816 bis 1860 dieses Kapitel.
"Festgeschenk der Münchner Turner zum Schwäbischen Turnfest 1855"
Pokal vom Schwäbischen Turnerfest in Hall  26.-28. 8. 1855

Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum Freyburg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
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