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Komplex
2:
Von
der Hasenheide bis Coburg |
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18. Oktober 1814:
Gedenkfeiern erinnern in Deutschland an den Jahrestag der Völker-
schlacht von 1813. Gewürdigt wird die „Leipziger Rettungsschlacht“
auch in Turngesell- schaften, deren nationales Zentrum unter Leitung
Friedrich Ludwig Jahns von 1811 bis 1819 in der Berliner Hasenheide
entsteht. Das Gedenken von 1814 ist zugleich die Geburtsstunde der
deutschen Turnfestbewegung.
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Neben Jahn gehört
Ernst Moritz Arndt zu den Publizisten, die am Beginn des 19.
Jahrhunderts den Nationalerziehungs- und Volksfestgedanken
weiterentwickeln. Vor dem Hintergrund der Verhält- nisse ihrer
Zeit charakterisieren sie Inhalt und Form künftiger deutscher
Nationalfeste. Jahns Volksfest- Verständnis entspricht es, für
die Abläufe und Rituale Schlichtheit, Würde und Geschmack zu
fordern. Der Turnfestanlass soll stets eine Zäsur der deutschen
Geschichte, ein patriotischer Gedenktag sein. Zentraler
Programmpunkt sind die Leibesübungen als wichtiges
Erziehungsmittel. Umgesetzt werden diese Ideen bei vielen
lokalen und regionalen Turntagen und -festen bis 1819. Öffentlich
demonstrieren Turner ihr Können bei volkstümlich angelegten
Festen mit definiertem Ablauf.
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Eine neue Qualität erhalten
die Feste nach 1842. Die Turnbewegung erfasst alle deutschen Staaten,
zahlreiche Vereine werden gegründet, das öffentliche Interesse wächst.
Geprägt sind die Feste weiterhin von bewährten Grundelementen wie
Empfang, Festzug, Reden, Gesang und Turnvorführungen. Dauer und Verlauf
variieren jedoch, bedingt durch steigende Teilnehmerzahlen und
erweiterte Programme. Auch als Plattform für politische Äußerung
gewinnen die Feste an Bedeutung und Anziehungskraft. Das bringt ihnen
wiederholt den Argwohn staatlicher Behörden ein – von der Überwachung
bis zu Verboten. |
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"Turnfest
zu Heilbronn,
3. August 1846"
Stahlstich, Theodor Reusche in:
Fest-Album zur Erinnerung an das
Turnfest zu Heilbronn, den
1. bis 4.
August 1846. Aus Auftrag der Turn-
gemeinde zu Heilbronn herausge-
geben von Rudolf Flaigg, Heilbronn,
1846, 32 S.
Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum
Freyburg |
| Mitte des 19. Jahrhunderts
sind Deutschlands Turner eine prägende Kraft der nationalre-
volutionären Einheitsbewegung. Trotz fehlender
Dachorganisation gelingt es, Turner „aller deutschen Stämme“
zum „1. deutschen Turn- und Jugendfest“ in Coburg zu
versammeln. Mit ihm beginnt die Ära Deutscher Turnfeste: zum
45. Jahrestag der Schlacht bei Waterloo, am 18.
Juni 1860. |
Im
Sinne eines Prologes veranschaulichen grafische Blätter,
Festberichte, Erinnerungsschriften und andere Dokumente aus
dem Zeitraum 1816 bis 1860 dieses Kapitel. |
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"Festgeschenk
der Münchner Turner zum Schwäbischen Turnfest 1855"
Pokal vom Schwäbischen Turnerfest in Hall 26.-28. 8. 1855
Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum Freyburg |
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