Ausstellung  Deutsche Turnfeste  1860 - 2002
15. 05.  - 29. 09. 2002   Altes Rathaus   Geöffnet  Die - So, Feiertage von 10 - 18 Uhr
    Komplex 5:   Wenn Turner Feste feiern
 
„Man rede also und singe, lasse Musik machen, stelle Leute und Fahnen auf, binde Kränze und treibe alle die Dinge, welche einer Handlung einen festlichen Schmuck verleihen...“. Die 1857 von einem Sachsen angestellten Erwägungen „Ueber Einrichtung der Turnfeste“ verweisen auf jene Bestandteile turnerischer Feste, die die Treffen erst zum nachhaltigen Ereignis, zum emotionalen Erlebnis werden lassen. Die Turner bleiben sich und ihrer Auffassung von Art und Durchführung der Nationalfeste über eineinhalb Jahrhunderte im wesentlichen treu. Immer stehen die sportlichen Wettbewerbe und Schauen im Mittelpunkt der Deutschen Turnfeste, jedoch gehört eine Vielzahl weiterer Programmpunkte zum Charakteristikum dieser Treffen.
 
 
 
 
 

Notenblatt für den Turn-
Fest-Marsch zum 3. Allg.
Turnfest Leipzig 1863

Thüringer Turner beim
VI. Deutschen Turnfest
Dresden 1885

Fähnchen von der Leipziger Gauturnfahrt nach Wiesbaden, Bingen und Königswinter anlässlich des 14. Deutschen Turnfestes Köln 1928
 
 
 
 
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Traditionelle, immer wiederkehrende Bestandteile sind Eröffnungs- und Abschlussfeier, Festzug, Bannerübergabe und Fahnenweihe. Bereichert werden sie durch kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen und Weiterbildungsangebote, vielfältige Aktionen mit Unterhaltungs-, Schau-, Integrations- und Informationswert. Diese Elemente stehen nach Zahl und Wertigkeit gleichberechtigt neben den sportlichen Darbietungen. Reichten für die ersten Turnfeste des 19. Jahrhunderts einfache Handzettel als Programmübersicht aus, sind Turnfestführer der Neuzeit kaum weniger als 200 Druckseiten stark. In der Angebotsvielfalt spiegelt sich die heutige Philosophie, zu einem Traditionsfest Angebote für jedermann in moderner, jugendlicher Form zu präsentieren.
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Zeltlager der Turnerjugend zum
Deutschen Turnfest München 1958


Foto: Familie Schrader Lübeck

Eröffnungsfeier des III.
Deutschen Turn- und
Sportfestes Leipzig 1959

Muster-Quartierzimmer für den
Übungsverband Vorschulkinder in
der Leipziger Juri-Gagarin-Schule,
VI. Turn- und Sportfest der DDR
Leipzig 1977
 
 
 
 
  Der Mix aus traditionell Bewährtem und neuzeitlichen Trends lässt Turnfeste zu den facettenreichsten Sportereignissen Deutschlands werden.
 


Vertrag zwischen dem Deutschen Turner-Bund und den Städten Dortmund/Bochum über die Ausrichtung des Deutschen Turnfestes 1990.
Dortmund, den 21. November 1986


Wanderkocher "Piccolo",
Ausrüstungsgegenstand für die Teilnehmer am
III. Deutschen Turn- und Sportfest Leipzig 1959
zur Zubereitung von Warmverpflegung
 

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Etwa 300 Exponate hellen im Komplex die Entwicklung ausgewählter Bereiche des Turnfestgeschehens auf. Sie reichen von Legitimations­objekten für Teilnehmer – Festkarten, -ausweise und -abzeichen – über Dokumente und Insignien, die den rituellen Handlungen während der Feste zuzuordnen sind. Dazu gehören das erste Bundesbanner der Deutschen Turnerschaft aus dem Jahre 1880, eine Kollektion von 24 Fahnenbändern der Turnfeststädte seit 1885 sowie Sachzeugen zum Thema Festzüge.

Abbildungen, Pläne und originale Dekorationselemente aus dem 19. und 20. Jahrhundert berichten vom Aufwand beim Herrichten und Schmücken der Feststädte.

Den Turnfestalltag reflektieren typische, zugleich authentische Utensilien von der Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer.
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