Ausstellung  Deutsche Turnfeste  1860 - 2002
15. 05.  - 29. 09. 2002   Altes Rathaus   Geöffnet  Die - So, Feiertage von 10 - 18 Uhr
    Komplex 6:   Turnfeste und Medien
  Seit 1860 werden Deutsche Turnfeste medial begleitet. Zu Werbe-, Informations- und Dokumentationszwecken dienen sowohl den Veranstaltern als auch den Massenmedien selbst die jeweils zeittypischen Medienformen. Genutzt werden sie, um die Menschen auf
die Feste aufmerksam zu machen, sie einzustimmen und einzubeziehen.
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Dem gedruckten Wort kommt in der Turnfestge- schichte eine besondere, traditionelle Bedeutung zu. Von Beginn an begleiten Bücher, Zeitungen und Zeitschriften mit ihren Text- und Bildinformationen die Deutschen Turnfeste. Schon das Coburger Fest 1860 wird von eigenständigen Publikationen der Turner- schaft und aktuellen Berichten regionaler Tageszeit- ungen reflektiert. Obwohl bereits zwei Jahrzehnte bekannt, hält die Fotografie bei Deutschen Turnfesten erst 1861 in Berlin Einzug. „Lebende Bilder“ als umfangreiche Filmdokumentation werden erstmals während des Frankfurter Turnfestes 1908 aufgenom- men und auch außerhalb Deutschlands vorgestellt.
Schallplatte mit der Festmusik für die
Freiübungen der Männer beim
14. Deutschen Turnfest Köln 1928
 
 
 
 
   Fortan wird jedes Deutsche Turnfest im Film festgehalten. Der Rundfunk sendet 1928 zum ersten Mal vom Deutschen Turnfest in Köln.
  Die Verbreitung des Fernsehens und die massenhafte Hinwendung zu diesem Medium
lässt seit Mitte der 1950er Jahre ein großes Publikum per Übertragung direkt am Turnfest-
geschehen teilhaben. Datenverar­beitung, Information und Kommunikation über die neuen elektro­nischen Medien gewinnen in den letzten Jahrzehnten auch für Deutsche Turnfeste enorm an Bedeutung. Während des Turnfestes in Essen 1963 wird erstmals ein elektroni-
scher Rechner zur Bewältigung logistischer Probleme und statistischer Erhebungen eingesetzt.
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Turner des 2. Turn- und Jubelfestes Berlin 1861
im Garten des Viktoria-Theaters
Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz Berlin

Mitglieder des TSV Leipzig-Lößnig zur Radio-
übertragung des 14. Deutschen Turnfestes Köln 1928
Magdalena Richter, Markkleeberg
 
 
 
 
 
 
Das Deutsche Turnfest in Leipzig 2002 bestreitet den Großteil seines öffentlichen Auftritts mit Werbung, Information und Kommunikation über die Medienplattform Internet. Als Novum in der Turnfest­geschichte bietet der Veranstalter eine eigenständige, speziell für dieses Medium entwickelte Präsentation an: „www.turnfest.de“.
                                                            

Offizielles Turnfestplakat
Leipzig 2002
 
 

Objekte dokumentieren exemplarisch den Einsatz und die Entwicklung der Medien bei Deutschen Turnfesten. In der „Leseecke“ geben faksimilierte Auszüge von deutschen Presseerzeugnissen aus dem Zeitraum 1860 bis 2002 Einblicke in Charakter und Umfang der Turnfestberichterstattung sowohl am Festort selbst als auch in anderen Regionen des Landes.

Mittelpunkt des Ausstellungsbereiches ist ein „Turnfest-Kino“. Originalfilm- und -tonsequenzen aus der Welt der bewegten Bilder der Jahre 1913 bis 1990 unterstreichen darin einerseits die Darstellung der medialen Entwicklung, andererseits gewähren sie eine höchst lebendige Sicht auf das Ereignis Turnfest.

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