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Komplex
6: Turnfeste
und Medien |
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Seit 1860 werden Deutsche
Turnfeste medial begleitet. Zu Werbe-, Informations- und
Dokumentationszwecken dienen sowohl den Veranstaltern als auch den
Massenmedien selbst die jeweils zeittypischen Medienformen. Genutzt
werden sie, um die Menschen auf
die Feste aufmerksam zu machen, sie
einzustimmen und einzubeziehen.
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gedruckten Wort kommt in der Turnfestge- schichte eine
besondere, traditionelle Bedeutung zu. Von Beginn an begleiten Bücher,
Zeitungen und Zeitschriften mit ihren Text- und
Bildinformationen die Deutschen Turnfeste. Schon das Coburger
Fest 1860 wird von eigenständigen Publikationen der Turner-
schaft und aktuellen Berichten regionaler Tageszeit- ungen
reflektiert. Obwohl bereits zwei Jahrzehnte bekannt, hält die
Fotografie bei Deutschen Turnfesten erst 1861 in Berlin Einzug.
„Lebende Bilder“ als umfangreiche Filmdokumentation werden
erstmals während des Frankfurter Turnfestes 1908 aufgenom- men
und auch außerhalb Deutschlands
vorgestellt.
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Schallplatte mit der Festmusik für
die
Freiübungen der Männer beim
14. Deutschen Turnfest Köln 1928 |
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Fortan
wird jedes Deutsche Turnfest im Film festgehalten. Der Rundfunk sendet
1928 zum ersten Mal vom Deutschen Turnfest in Köln. |
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Die Verbreitung des
Fernsehens und die massenhafte Hinwendung zu diesem Medium
lässt seit
Mitte der 1950er Jahre ein großes Publikum per Übertragung direkt am
Turnfest-
geschehen teilhaben. Datenverarbeitung, Information und
Kommunikation über die neuen elektronischen Medien gewinnen in den
letzten Jahrzehnten auch für Deutsche Turnfeste enorm an Bedeutung. Während
des Turnfestes in Essen 1963 wird erstmals ein elektroni-
scher Rechner
zur Bewältigung logistischer Probleme und statistischer Erhebungen
eingesetzt.
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Turner des 2. Turn-
und Jubelfestes Berlin 1861
im Garten des Viktoria-Theaters
Bildarchiv
Preussischer Kulturbesitz Berlin |

Mitglieder des TSV Leipzig-Lößnig
zur Radio-
übertragung des 14. Deutschen Turnfestes Köln 1928
Magdalena Richter,
Markkleeberg |
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Das
Deutsche Turnfest in Leipzig 2002 bestreitet den Großteil
seines öffentlichen Auftritts mit Werbung, Information und
Kommunikation über die Medienplattform Internet. Als Novum in
der Turnfestgeschichte bietet der Veranstalter eine eigenständige,
speziell für dieses Medium entwickelte Präsentation an: „www.turnfest.de“.
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Offizielles Turnfestplakat
Leipzig 2002 |
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Objekte dokumentieren exemplarisch den Einsatz und die Entwicklung der
Medien bei Deutschen Turnfesten. In der „Leseecke“ geben
faksimilierte Auszüge von deutschen Presseerzeugnissen aus dem Zeitraum
1860 bis 2002 Einblicke in Charakter und Umfang der
Turnfestberichterstattung sowohl am Festort selbst als auch in anderen
Regionen des Landes.
Mittelpunkt des Ausstellungsbereiches ist ein „Turnfest-Kino“.
Originalfilm- und -tonsequenzen aus der Welt der bewegten Bilder der
Jahre 1913 bis 1990 unterstreichen darin einerseits die Darstellung der
medialen Entwicklung, andererseits gewähren sie eine höchst lebendige
Sicht auf das Ereignis Turnfest.
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